Ramin und Tilda

von Anke Kühne

Tilda ist zehn Jahre alt, stumm und hat keine Freunde. Ein Schweigegeist ist ihr ständiger Begleiter, er lebt von ihrer Angst. Der zehnjährige Ramin entdeckt Tilda auf dem Schulhof. Er hat auch keine Freunde. Seit seine Eltern flüchteten, müssen sie ständig umziehen. Doch Ramin ist kein bisschen schüchtern! Er geht auf Tilda zu, hält ihr die Hand hin und bietet ihr die Freundschaft an. Sie kann immerhin nicken. So gehen sie gemeinsam nach der Schule zu Ramin. Dort werden die Kinder überrascht und ihre Freundschaft auf die Probe gestellt…

„Ein paar Tage, nachdem sich Ramin und Tilda das erste Mal begegneten, wartet Ramin morgens vorm Schultor auf Tilda. Er hält etwas in beiden Händen und umschließt es fest. Er lächelt, als er daran denkt, wie er auf die Idee kam, sich so mit Tilda zu verabreden…“ aus „Ramin und Tilda“ (2022), S. 36.

Meine Tochter schenkte mir zum Geburtstag ein selbstgebasteltes Heft und fragte:

„Mama, schreibst du auch mal ein Buch für Kinder?“

Lykka Kühne zeigt in ihren Illustrationen, wie sie sich fühlte, als sie ihren eigenen Schweigegeist vertrieb.

Ramin & Tilda Freunde für immer & ewig

Anke Kühne absolvierte ihren Master in Geographie, Politik- und Medienwissenschaften. Schreiben lernte sie an der Deutschen Fachjournalisten-Schule. Sie arbeitete für GEOkompakt, die Kieler Nachrichten und das Umweltbundesamt. Sie hat eine Tochter und zwei Söhne.

Heute schreibt sie als freie Autorin, veröffentlicht Bücher wie „Glaube, Liebe, Hoffnung“ und arbeitet an Kurzgeschichten und Romanen.

64 Seiten, ISBN 978-3-903382-81-7
Euro (A) 13,95 – Euro (D) 13,60 – CHF 20,50

REZENSIONSEXEMPLARE: Pressestellen können direkt beim Verlag kostenlose Rezensionsexemplare anfordern, die dieser dann zusendet:
 presse@novumverlag.com

Verfügbar in der Deutschen Nationalbibliothek:
https://d-nb.info/126067018X

LESUNGEN: Ich lese diesen Winter an Hamburger Schulen sowie in anderen Städten Deutschlands und Österreichs. Anfragen unter: contact@ankekuehne.com

Das Buch ist für Kinder ab 8 Jahren empfohlen.

DANK: an Saskia Lorenz fürs Korrekturlesen; an Sandra Aichlseder für die fachliche Beratung zum Schweigegeist; an Yasmin Nazari-Shafti für die arabischen und persischen Sprachkenntnisse sowie die muslimischen Redewendungen.

@Kristoff Kühne: Danke für Deinen unverwüstlichen Optimismus!

ENSTEHUNGSGESCHICHTE: Auf einer Fahrt durch Schweden hatte ich die Geschichte plötzlich im Kopf. Auf der Rückbank im Auto sitzend, schrieb ich erst mein Notizbuch voll, dann auf Knäckebrotpapier weiter…

… und schließlich auf einer Tüte, die wir bei einer Pause in Waynes Coffeeshop erhielten!

@Café Luise: Danke für die Unterstützung!
https://www.cafe-luise-baeckerei.de/

Das Buch ist über Amazon erhältlich:
https://www.amazon.de/Ramin-Tilda-Anke-K%C3%BChne/

Print – Sachbuch

Mein „Glaube, Liebe, Hoffnung“ ist da!

Zu bestellen über Amazon:
https://www.amazon.de/Glaube-Liebe-Hoffnung-Anke-K%C3%BChne/dp/3000701257

oder direkt über mich für 24,90 Euro unter Angabe der Adresse: https://www.paypal.com/paypalme/BookFaithLoveHope

sowie im Buchhandel unter der ISBN:
978-3-00-070125-2

Ist zu den Themen Glaube, Liebe und Hoffnung nicht schon alles gesagt? Als ich Kind war, unterhielten sich die Leute anders darüber, als heute. Es gab zum Beispiel noch Gott, dessen waren sich nicht nur Herman Hesse und Johannes Rau sicher, sondern auch Queen und Nirvana. Die Leute unterhielten sich in anderen Netzwerken. Liebe existierte hauptsächlich zwischen Mann und Frau sowie Eltern und Kindern.

IT’S DONE!
TWO AND A HALF YEARS.
A HUNDRED TALKS.
MY BOOK!!!


Heute gibt es Liebe zwischen und zu allen Geschlechtern, mit und ohne Kinder, es gibt Patchworkfamilien, Alleinerziehende sowie ewige Junggesellen… Und die Liebe zu Vereinen ersetzt manchem die Liebe zu Gott.

Auf jeden Fall ist das Leben heute bunter, vielfältiger, globaler, schnelllebiger und aufregender, als es noch während meiner Kindheit war. Grund genug, fand ich, mir ein paar unterschiedliche Lebensentwürfe genauer anzuschauen

Als ich vor über zwei Jahren mit meinem Projekt begann, ahnte ich nicht, wie groß es würde. Mein Ziel war es, verschiedene Leute, aus diversen Ländern und mit unterschiedlichen Glaubensrichtungen zu interviewen. Es war schwierig, Menschen dafür zu gewinnen, dennoch bekam ich tolle Inteviewpartnerinnen und -partner.

Mit allen Leuten, die ich in diesem Buch vorstelle, stehe ich bis heute in Kontakt und fühle mich dadurch reicher. Es entstanden sogar Freundschaften. Die Schönste davon entwickelte sich zu der vierfachen Mutter Inga Deveze, einer gebürtigen Hamburgerin. Verrückter Weise erst jetzt, da wir auf verschiedenen Kontinenten leben…

Wir leben in einer Kultur, in der wir uns oft vorgaukeln, dass wir glücklich sind, wenn wir reich, schlank, jung und berühmt sind sowie uns permanent amüsieren. Aber fühlen die Menschen das auch? Oder spielen sie das Spiel einfach nur mal mehr, mal weniger engagiert mit?
Ich suchte immer wieder das Gespräch und fand erstaunliche Antworten.
Der Fokus lag dabei immer auf dem Menschen. Ich guckte mir Wünsche, Träume und Ziele an. Anfangs wollte ich alle Interviewpartnerinnen und
-partner zu jedem Themenbereich befragen. Das wäre jedoch entweder zu umfänglich gewesen oder von allem nur ein bisschen übriggeblieben. Daher entschied ich mich, lieber in drei Kapiteln, zu je einem Themenbereich in die Tiefe zu gehen. Die jeweils anderen Bereiche streifte ich am Rand, um am Ende ein ganzheitliches Bild zu erhalten.

Zum Schluss konnte ich mir aussuchen, welche Geschichten ich in meinem Buch veröffentlichen will. Manchmal entschied ich mich schon nach dem Vorgespräch, einige Male auch erst ganz am Ende meiner Arbeit. Ein paar Interviews wären einander zu ähnlich gewesen.


Als ich mit den Interviews begann, stellte ich schnell fest, dass den meisten Menschen das Thema „Religion“, „Glaube an Gott“ und damit verbundene Themen, wie „politischer Weltfrieden“ unangenehm war. Ich hörte Kommentare wie: „Zum Thema Glaube möchte ich mich nicht äußern, das ist vergiftet.“ Und in der Balkanregion: „Das ist ein neues, heißes Thema, an das sich bisher keiner rantraut. Ich sage daher zwar gerne meine persönliche Meinung, möchte sie aber auf keinen Fall veröffentlich haben…“ Aha! Ich bekam lange Zeit keine Interviewpartnerinnen und -partner, die sich öffentlich äußern wollten. Und die, die ich fand, hatten Angst vor Anschlägen, so wie Deutsche jüdischen Glaubens. Muslime wollten sich gleich gar nicht äußern.

https://youtube.com/shorts/rpt-GW_uTNY

Ich hätte es an dieser Stelle lassen können. So wichtig war mir das Thema anfangs gar nicht. Ich wollte mir nur den Wandel des Glaubens in der Gesellschaft genauer anschauen, weil immer mehr Menschen in Deutschland aus der Kirche austreten und dafür ihre eigene Religion entwickeln. Keinesfalls war es meine Absicht, tickende Bomben zu entschärfen. Aber nun war ich angefixt. Als ich den ersten Blog zum Thema Religion auf meiner Website postete, genauer zum Buddhismus, erhielt ich Kommentare, die mich bestätigten. Ich arbeitete weiter. Nur mit Menschen muslimischen Glaubens kam ich überhaupt nicht voran. Immer wieder sagten mir spannende junge Iranerinnen, die ihren Glauben offen nach außen trugen, in dem sie sich verschleierten und die nach Schule, Studium oder Ausbildung ihre Familie im Iran gründen wollen, kurzfristig ab. Bis ich einer sehr selbstbewussten Deutsch-Iranerin mit starken persischen Wurzeln begegnete: Yasmin Nazari-Shafti.

„Bei den Gesprächen passierte etwas Unglaubliches, das ich trotz zahlreicher Interviews, die ich bereits als Journalistin führte, nicht kannte und für das ich unendlich dankbar bin: Die Menschen öffneten mir ihr Herz. Ich konnte wahre Schätze bergen. Ihr Vertrauen rührte mich.“

Foto: Kristoff Kühne

Ich leistete eine Menge Arbeit und erhielt reichlich Belohnungen. Ich erfuhr einige harte Lektionen und durchlebte viele Veränderungen. So passt es beispielsweise zu meiner Vorstellung eines Weltfriedens nicht mehr, sich einer Glaubensrichtung zu verschreiben. Ich bin für alle Glaubensrichtungen offen. Daher gehören meine drei Patenkinder in Afrika alle unterschiedlichen Religionen an. Es macht mich stolz und glücklich, sie groß werden zu sehen. Unser erstes Patenkind hatten wir bereits vor der Geburt unserer Tochter. Es wurde von seiner Kinderdorfmutter adoptiert, als diese in Rente ging. Und es macht unendlich traurig, wenn eins stirbt, wie unsere kleine Patentochter Kabagire in Mosambique. Sie starb an nichts. Es war einfach nur Durchfall. Seit ich selbst Kinder habe, zerreißt es mir noch mehr das Herz. Aber es zeigt mir, wie wichtig es ist, dranzubleiben.

Das letzte Gespräch meines Buches führte ich mit dem streng gläubigen Shahab Ud-Din, der eine wichtige Funktion innerhalb der verfolgten muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde innehat.

Die Menschen in meinem Buch setzen unglaubliche Kräfte frei, weil sie lieben. Nach meinem Post Close to Heaven auf Instagram, in dem ich darüber schreibe, wie sich die Brustkrebskranke Mutter von ihrer kleinen, vierjährigen Tochter verabschiedet, bekam ich zu hören: „Angesichts dieses schlimmen Schicksalsschlages müssen wir doch sehr dankbar für unser Leben inmitten unserer gesunden Lieben sein“. Ja, bitte gerne. Aber das ist es nicht, was ich zeigen will. Weil es nicht das ist, was ich erlebte. Diese Menschen brauchen kein Mitleid! Diese großartigen Leute leben vor, wie sie die Liebe durch ihre Schicksalsschläge trägt. Wie Liebe sie wachsen und reifen ließ. Wie Liebe sie unendlich Großes, Reines, Mutiges, Selbstloses, ja Göttliches schaffen ließ.

„Heute ist es selten, dass sich jemand mit dem Thema Gott und Religion auseinandersetzt. Ich freue mich jedes Mal wenn ich mich mit Gläubigen austauschen kann, egal welcher Glaube. Tolles Interview und sehr schönes Thema.“

Obwohl sich während der Arbeit an meinem Projekt vieles für mich änderte, behielt ich die gleichen Werte, die mich schon mein ganzes Leben tragen: der Glaube, dass sich etwas Göttliches in jedem Menschen finden lässt; die Liebe, die unbesiegbar macht und die Hoffnung, die uns alle Grenzen überwinden lässt. Ich schreibe seit mittlerweile 20 Jahren Texte. Ich begann mit meinem Tagebuch und schrieb meiner imaginären Freundin Kitty. Ich verfasste Schulaufsätze und gewann Wettbewerbe. Ich arbeitete als Studentin in Redaktionen und schrieb Reiseberichte. All meine Texte entstehen aus der gleichen Motivation: Ich möchte berühren.

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist image.png.

Ich erhielt tolles Bildmaterial und hatte die Idee, das Buch im Magazin-Style zu verfassen. Als das Projekt ins Stocken geriet, war Raziq Ahmad Tariq mein Retter und finishte es.
Die Idee, die USA als Land der Hoffnungen auszuwählen entstand, als ich mit meiner Familie im Sommer 2018 für drei Monate im Wohnmobil durch Kanada und die USA reiste…
Ich sprach mit osteuropäischen Studenten, die als Summerjobber Geld in den USA verdienten, um sich den Traum vom Reisen durch die Vereinigten Staaten zu erfüllen. Und immer wieder traf ich ganz unterschiedliche Menschen, die von Nordamerika träumten, darauf hofften, sich danach sehnten und ihre Zukunft dort sahen oder sie zumindest für einen Sommer damit bereichern wollten. Und letztlich suchten ja auch wir dort nach der großen Freiheit…

„Es ist unglaublich, was die Liebe zu leisten vermag. Und es ist unglaublich tröstlich, dass es möglich ist. Wir brauchen nicht länger vor Schicksalsschlägen Angst zu haben. Wir können vertrauen. Dass die Liebe uns tragen würde. Dass sie uns stark macht. Dass sie uns alles schaffen lässt. Dass sie uns unbesiegbar macht.“

Ich hoffe, das wunderbare Gefühl der Verbundenheit, das ich empfand, als ich die Interviews führte, ist beim Lesen spürbar, egal, wie unterschiedlich die Menschen in diesem Buch nach ihrem Glauben, ihrer Art zu lieben, ihrer Herkunft, ihrem Alter, ihrer persönlichen Situation und Lebenserfahrungen, ihrem Familienstand, ihren Vorlieben, ihren Zielen und ihrer Bildung nach auch sind. Die Wertevorstellungen und Träume sind sich oft sehr ähnlich…
Alle sehnen sich nach Verbundenheit, Freundschaft, Liebe und Frieden.
Ich habe wahnsinnig viel gelernt, indem ich für dieses Projekt einmal alles was zur Entstehung eines Buches gehört, einschließlich dessen Druckes, durchgemacht habe… Es war schrecklich schön. Und ich kann mir im Augenblick nicht vorstellen, das noch mal zu tun… Aber ich weiß jetzt, worauf es ankommt und das war’s wert!

Viel Spaß beim Lesen!

Interviews: Subhransu Mahapatra, Shahab Ud-Din, Dr. Steffen Storck, Frau Sharafian, Christian Böhner, Crisolita Evora Lima Rodrigues Tavares, Yasmin Nazari-Shafti, Dan, Dr. Hartmut Treu, Armin Sengbusch, Eva-Maria Esken, Christian Gruber, Mirjam E., Chaly (Peter Marsal), Jonas Gabriel, Denis Dimitrov, Melody Gilbert, Aleksa Krstic, Wiebke Schwartau, Damian Skrzypczak, Natalia Chicu, Bailey Garfield, Inga Deveze, Tatjana, Sebastian Göbel
Grafikdesign: Madeleine Möhlmann, Raziq Ahmad Tariq
Korrektorat: Amélie Gloyer
ISBN: 978-3-00-070125-2

Liebe K. M.! Herzlichen Dank für das tolle Buch, ich bin nachhaltig beeindruckt!!! Dostojewski schrieb es vor über 150 Jahren und er ist moderner als viele Politiker heute… Sprachlich ist es sperrig und brillant. Außerdem war mir diese russische Epoche bislang unbekannt, ich habe viel gelernt. Meine Antwort auf Deine Frage: Ich glaube an die Liebe!

https://www.lovelybooks.de/autor/Anke-K%C3%BChne/

Meine glorreichste, ehrwürdigste, ruhmreichste, glanzvollste, achtunggebietendeste Auszeichnung!

Die DEUTSCHE NATIONALBIBLIOTHEK verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1269728148 abrufbar.

Mein bisher zauberhaftestes, wunderbarstes, herzallerliebstes, zuckersüßestes, megageilstes Feedback! @Madhusmita

@Café Luise: Welch köstliche Überraschung! Für solch einen Tortentraum schreib‘ ich noch 1000 weitere Bücher!
https://www.cafe-luise-baeckerei.de/

TRUE LOVE MATTERS
Interview mit Crisolita Tavres in GLAUBE, LIEBE, HOFFNUNG
„Die Menschen auf der Welt haben nicht dieselbe Hautfarbe, sprechen nicht dieselbe Sprache und leben nicht nach denselben Bräuchen, doch sie haben alle das gleiche Herz, das gleiche Blut und das gleiche Bedürfnis nach Liebe.“
Josefine Baker
(1906-1975)
amerikanische Tänzerin
#starkefrauen

Print – Kalender

Go West! Mit zwei Kleinkindern und einem Vorschulkind für ein Vierteljahr im Wohnmobil durch Nordamerika

Kanada- & USA-Reise-Kalender mit 17 Beiträgen & 12 Fotos im A3-Querformat; ISBN 978-3-00-061606-8;
zu bestellen über Amazon: https://amzn.eu/d/fwVqfg8
oder direkt über mich für 12,90 Euro + 3 Euro Versand unter Angabe der Adresse: https://www.paypal.com/paypalme/BookFaithLoveHope

Die Reise beginnt in der quirligen, drei Millionen Einwohner zählenden Metropole TORONTO, am Lake Ontario. Halbwegs zentral gelegen, für fünf Personen und gerne mit Frühstück, kosten rund 250 Euro die Nacht. Wow, in diesem Punkt ähnelt die Stadt tatsächlich New York, mit der sie sich selbst so gern vergleicht. Filme, die in New York spielen, werden hier gedreht, weil es günstiger ist und die Skylines verwechselbar sind.

Unser Zimmer ist so winzig, dass das Gepäck nicht hinein passt.

Am nächsten Morgen fahren wir zu den „donnernden Wassern“, so nannten die Irokesen die Niagara Fälle. Wir fahren, für mich überraschend, nur anderthalb Stunden von Toronto. Ich hatte die Fälle entlegener erwartet. Gischt erfüllt die Luft und hüllt alles in einen leichten Nebel, es riecht würzig wie am Atlantik, das Wasser schimmert türkis-grün. Die kanadischen Horseshoe Falls sind rund 60 Meter hoch und fast 700 Meter breit. Es wäre wunderschön, doch der Rummel darum herum erstickt die Anmut des Naturschauspiels. Doch ich täusche mich, denn es handelt sich gar nicht um Natur, sondern um ein kleines Las Vegas.

Über den „donnernden Wassern“, fliegen heute donnernde Helikopter für zehnminütige Rundflüge.

Wir folgen dem Lorenz-Strom durch altes Kulturland, Wälder und Seen, im Herzen Kanadas. Grüne Birken-, Espen- und Kiefernwälder. Dazu zahllose dunkelblaue Seen, ab und an schroffe Felsen oder Klippen an ihren Ufern. Leise plätschernde, kristallklare Bäche mit einfachen Brettern überspannt zur Brücke und über allem ein knallblauer Himmel. Das erwartet uns nur drei Stunden Fahrt von Toronto entfernt.

Die Algonquin-Indianer waren vor rund 125 Jahren Namensgeber des riesigen Nationalparks. Sie durchstreiften das Land beim Jagen, Fischen und Beerensammeln.

Weiter geht’s bis Tadoussac, der Wiege der Wale. Jetzt haben wir etwas wirklich Großes vor: Wir pilgern zu den gigantischen Meeressäugern, die im warmen Lorenzstrom vor der Küste dümpeln. Die Wale bringen ihre Jungen bei Tadoussac zur Welt. Die ganze Stadt gründet sich nur auf dem Wal-Fieber.

Etwas zieht in meiner Brust, wie wenn ein Vogel, in einem Käfig eingesperrt ist. Wir lassen unsere Kinder in Deutschland nicht frei sein, weil wir ausschließen wollen, dass ihnen Unfälle passieren… Aber sie zahlen einen hohen Preis dafür!

Auf der Gaspé-Halbinsel im französisch geprägten Kanada entdecken wir schneebedeckte Berge, Fjorde und Schwarzbären. Die Kinder Kanadas genießen große Freiheiten. Bereits Kleinkinder fahren mit Stütz-Rädern allein über den Campingplatz. Kindergartenkinder gehen unbegleitet auf Spielplätze oder größere Entfernungen zu Toiletten. Grundschüler schwimmen ohne Aufsicht in Seen oder im Meer. Sie bitten fremde Erwachsene um Hilfe, so wie mich. Sie wirken glücklich und unbeschwert. Es ist schön, sie so zu sehen. Mir ginge das zu weit für unsere eigenen Kinder…

Wir üben uns auch im Waldbaden, japanisch Shinrin Yoku. Seit den 1980er Jahren empfiehlt die japanische Regierung das Waldbaden. Ärzte verschreiben es auf Rezept. Es ist wissenschaftlich belegt, dass dreimaliges Waldbaden im Monat, für etwa zwei Stunden, zur Stärkung des Immunsystems führt und der Krebsprophylaxe dient. Wir reisen nach New Brunswick, in der Bay of Fundy. Dort staunen wir über den größten Tidenhub Kanadas. Nova Scotia beeindruckt mit seiner Schärenlandschaft.

Auf der Insel Prince Edward stehen unzählige Leuchttürme.

Der Kouchibouguac-Nationalpark feiert mit Erklärungen zu den Lebensweisen der Mi’kmaq. Es sind die ersten Informationen über Indianer, die sich uns anbieten, sonst finden wir kaum Spuren. Die Bevölkerung ist so „weiß“, dass es fast unheimlich anmutet. Uns ist fast nicht erkenntlich, dass es überhaupt einmal Indianer gab. Dabei lebten in Nordamerika mehrere hundert Stämme. Allein die Mi’kmaq hatten mehr als hunderttausend Stammesmitglieder. Im Osten Kanadas wurden die First Nations schon mit den ersten Siedlern nahezu vollständig ihrer Lebensgrundlage beraubt. Dabei war ihr Daseinperfekt auf die Natur Nordamerikas eingestellt. Der Wald und das Meer haben ihnen alles geboten, was sie brauchten.

Die Mi’kmaq bauten Kanus und Wigwams. Sie harpunierten von Land aus Wale und waren umsichtig genug, dass diese wieder in die Nähe des Strandes kamen. Die ersten Europäer fingen die Wale so, dass sie nicht mehr in die Nähe des Landes kamen…

Die First Nations kannten gegen jede Krankheit ein Heilkraut, befragten ihre Ältesten und lebten im Einklang mit der Wildnis. Das änderte sich radikal mit der Ankunft des „weißes Mannes“. Die Siedler der englischen Kolonien bekämpften die Wildnis einfach nur und waren von dem Gedanken, das Land urbar zu machen, getrieben. Die schönsten und artenreichsten Urwälder der Erde standen in der „neuen Welt“ in Maine. Die Auswanderer hatten meist keine Ahnung von Agrarwirtschaft oder Ackerbau. Sie holzten und brannten einfach alles ab und laugten die Böden binnen drei Jahren so vollständig aus, dass sie zur Landwirtschaft unbrauchbar waren. Dann siedelten sie weiter nach Westen. In Maine scheinen die Amerikaner verstanden zu haben, dass ein Zusammenleben mit den Native Americans die bessere Wahl gewesen wäre – für beide Seiten.

Wir überqueren die Grenze zur USA und fahren in das Wanderparadis im Acadia National Park.

Die Sylt ähnelnde Insel Cape Cod verfügt über endlose Sandstrände am Atlantik. Im Robert Treman Park im Bundestaat NEW YORK geht’s gechilt und multikulti beim Baden zu. Unsere Runde endete nach gut 8000 KILOMETERN!!!!! Wir sind back in Toronto

Der Kalender verfügt über eine Spiralbindung mit Aufhängung, ein Deckblatt mit Klarsichtfolie sowie eine Rückwand aus Pappe. Er ist über Amazon für 12,90 Euro, zuzüglich drei Euro Versandkosten zu bestellen:
https://amzn.eu/d/fwVqfg8
Oder direkt über mich unter Angabe der Adresse: https://www.paypal.com/paypalme/BookFaithLoveHope.
ISBN 978-3-00-061606-8

Text Januar
%d Bloggern gefällt das: