…imkert

„Ich bin im Bienenwald“, rufen unsere Kinder, wenn sie sich in den hintersten Teil unseres Gartens zurückziehen. Dort stehen rund 50 Jahre alte Robinien, Walnussbäume und Nadelgehölze in denen Bussarde brüten. Hier stehen unsere Bienenstöcke, dahinter befinden sich Schrebergärten.
Im April summt & brummt es richtig. Doch Bienen fühlen sich in der Stadt wohl, weil sie fast ganzjährig ein großes & abwechslungsreiches Blütenangebot finden. Außerdem gibt es in Hamburg keinen großflächigen Einsatz von Pestiziden & Insektiziden. Es finden sich daher häufig sogar weniger Rückstände als bei Honig vom Land.

Imkern ist gerade en vogue, besonders in Berlin und Hamburg. Es gilt dem gestressten Hipster als moderne Variante des Yogas. Bei uns ist Imkern immer mit sehr viel Radau verbunden, den alle alle unsere drei Kinder sind dabei und häufig kommen Freunde, Kindergärten oder Schulklassen dazu.

Unsere Tochter imkert seit sie drei Jahre alt ist und hat ihr eigenes Volk. Sie trägt zum Schutz einen Anzug. Mit dem Smoker in ihrer Hand macht sie Rauch, die Bienen denken es gäbe einen Waldbrand und verstecken sich im Stock.
In voller Stärke umfasst ein Volk 60.000 Bienen. Meine Tochter besitzt neben dem Anzug, einen Schleier und Handschuhe aus Vollleder, durch welche die Wächterbienen nur schwer stechen können. Doch sie imkert ohnehin sehr umsichtig und sagt: „Papa, ich weiß nicht, warum’s dich ständig erwischt, mich hat noch nie eine Biene gestochen!“

Die Lebensleistung einer Biene beträgt weniger als ein Teelöffel Honig…
Für 1kg Honig sammeln die Bienen etwa 3 kg Nektar. Mit „Pollenhöschen“ an ihren Beinen, fliegen sie hier zum Stock.
Meine Tochter zündet Hanfgras in ihrem Smoker an. Die Bienen ziehen sich in ihre Beuten zurück, auch die Wächterinnen. Pflegebienen und Sammlerinnen stechen nicht, nur diejenigen, die den Stock bewachen.
Wir imkern nach Demeter Richtlinien und dazu zählt, dass die Stöcke nur aus natürlichem Holz sind. Die sind leider sehr schwer, die Beuten können unsere Kinder nicht alleine öffnen. Mit ihrem Imker-Meißel löst unsere Tochter aber die Rähmchen aus der Beute. Dann sieht sie ihr Volk durch: Wo ist die Königin? Legt sie fleißig Eier? Gibt es ausreichend Brut? Gibt es Weiselzellen zu entfernen, mit Hilfe dessen sich das Volk eine neue Königin züchten und mit ihr zusammen ausschwärmen würde? Ist genug Honig für die Brut vorhanden?
Ein besonderer Höhepunkt ist natürlich das Schleudern um Stankt Johanni herum, am 24. Juni. Die vollen und mit Wachs verdeckelten Honigwaben hebelt meine Kleine mit einer Art Gabel auf und entfernt so das Wachs. Dann kommen die Waben in die Honigschleuder. Anschließend kurbelt sie kräftig.
Jetzt kommt der große Moment: Goldgelber Honig fließt träge aus der Schleuder in einen Eimer.

Rund 30 Kilo ernten wir jährlich auf diese Weise. Der früh geschleuderte Sommerhonig, ist hell und mild im Geschmack. Ende Juli können wir dunkeln Waldhonig ernten, der sehr herzhaft schmeckt. Wir füllen den Honig in Gläser und verkaufen ihn im Bekanntenkreis und auf dem Wochenmarkt. Die Kinder sind unglaublich stolz auf diese Einnahmen und sagen: „Von dem Honiggeld kaufen wir nur Sachen für unsere Bienen!“

Waldkindergarten
„Die Schlaufüchse“, Naturschutzgebiet Raakmoor, Sommer 2016
Grundschule
Hamburg-Ohkamp,
Klasse 2c,
Sommer 2020


Evangelische Kita St. Lukas, Hamburg-Fuhlsbüttel,
Sommer 2022
Grundschule
Ratsmühlendamm
Hamburg

Fotos: Svea Wendt

Albert-Schweitzer-
Gymnasium
Hamburg
Unser Honig hat Bioqualität und ist nach Demeterrichtlinien geimkert (außer Absperrgitter vorm Honigraum). Ein 250g Glas für 5 Euro zzgl. Versandkosten über contact@ankekuehne.com bestellen oder auf dem Fuhlsbüttler Wochenmarkt mittwochs und freitags von 8 – 13 Uhr direkt an „Marvins-Stand“ für 6,80 Euro kaufen.

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