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Mein Buch „Glaube, Liebe, Hoffnung“ ist da!

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Ist zu den Themen Glaube, Liebe und Hoffnung nicht schon alles gesagt? Stimmt! Aber als ich Kind war, unterhielten sich die Leute anders darüber, als heute. Es gab zum Beispiel noch Gott, dessen waren sich nicht nur Herman Hesse und Johannes Rau sicher, sondern auch Queen und Nirvana.
Als ich Kind war unterhielten sich die Leute in anderen Netzwerken als heute. Als ich Kind war, existierte Liebe hauptsächlich zwischen Mann und Frau sowie Eltern und Kind.
Heute gibt es Liebe zwischen und zu allen Geschlechtern, mit und ohne Kinder, es gibt Patchworkfamilien, Alleinerziehende sowie ewige Junggesellen… Und die Liebe zu Vereinen ersetzt manchem die Liebe zu Gott.
Als ich vor über zwei Jahren mit meinem Projekt begann, ahnte ich nicht, wie groß es würde. Mein Ziel war es, verschiedene Leute, aus diversen Ländern und mit unterschiedlichen Glaubensrichtungen zu interviewen. Es war schwierig, Menschen dafür zu gewinnen, dennoch bekam ich tolle Inteviewpartnerinnen und -partner.

Auf jeden Fall ist das Leben heute bunter, vielfältiger, globaler, schnelllebiger und aufregender. Grund genug, finde ich, mir ein paar unterschiedliche Lebensentwürfe genauer anzuschauen.

Wir leben in einer Kultur, in der wir uns oft vorgaukeln, dass wir glücklich sind, wenn wir reich, schlank, jung und berühmt sind sowie uns permanent amüsieren. Aber fühlen die Menschen das auch? Oder spielen sie das Spiel einfach nur mal mehr, mal weniger engagiert mit?
Ich suchte immer wieder das Gespräch und fand erstaunliche Antworten.
Der Fokus lag dabei immer auf dem Menschen. Ich guckte mir Wünsche, Träume und Ziele an. Anfangs wollte ich alle Interviewpartnerinnen und
-partner zu jedem Themenbereich befragen. Das wäre jedoch entweder zu umfänglich gewesen oder von allem nur ein bisschen übriggeblieben. Daher entschied ich mich, lieber in drei Kapiteln, zu je einem Themenbereich in die Tiefe zu gehen. Die jeweils anderen Bereiche streifte ich am Rand, um am Ende ein ganzheitliches Bild zu erhalten.

Zum Schluss konnte ich mir aussuchen, welche Geschichten ich in meinem Buch veröffentlichen will. Manchmal entschied ich mich schon nach dem Vorgespräch, einige Male auch erst ganz am Ende meiner Arbeit. Ein paar Interviews wären einander zu ähnlich gewesen.

Mit allen Leuten, die ich in diesem Buch vorstelle, bin ich bis heute in Kontakt und fühle mich dadurch reicher. Es entstanden sogar Freundschaften. Die Schönste davon entwickelte sich zu der vierfachen Mutter Inga Deveze, einer gebürtigen Hamburgerin. Verrückter Weise erst jetzt, da wir auf verschiedenen Kontinenten leben…
Als ich mit den Interviews begann, stellte ich schnell fest, dass den meisten Menschen das Thema „Religion“, „Glaube an Gott“ und damit verbundene Themen, wie „politischer Weltfrieden“ unangenehm war. Ich hörte Kommentare wie: „Zum Thema Glaube möchte ich mich nicht äußern, das ist vergiftet.“ Und in der Balkanregion: „Das ist ein neues, heißes Thema, an das sich bisher keiner rantraut. Ich sage daher zwar gerne meine persönliche Meinung, möchte sie aber auf keinen Fall veröffentlich haben…“ Aha! Ich bekam lange Zeit keine Interviewpartnerinnen und -partner, die sich öffentlich äußern wollten. Und die, die ich fand, hatten Angst vor Anschlägen, so wie Deutsche jüdischen Glaubens. Muslime wollten sich gleich gar nicht äußern.

Ich hätte es an dieser Stelle lassen können. So wichtig war mir das Thema anfangs gar nicht. Ich wollte mir nur den Wandel des Glaubens in der Gesellschaft genauer anschauen, weil immer mehr Menschen in Deutschland aus der Kirche austreten und dafür ihre eigene Religion entwickeln. Keinesfalls war es meine Absicht, tickende Bomben zu entschärfen. Aber nun war ich angefixt. Als ich den ersten Blog zum Thema Religion auf meiner Website postete, genauer zum Buddhismus, erhielt ich Kommentare, die mich bestätigten. Ich arbeitete weiter. Nur mit Menschen muslimischen Glaubens kam ich überhaupt nicht voran. Immer wieder sagten mir spannende junge Iranerinnen, die ihren Glauben offen nach außen trugen, in dem sie sich verschleierten und die nach Schule, Studium oder Ausbildung ihre Familie im Iran gründen wollen, kurzfristig ab. Bis ich einer sehr selbstbewussten Deutsch-Iranerin mit starken persischen Wurzeln begegnete: Yasmin Nazari-Shafti.

„Bei den Gesprächen passierte etwas Unglaubliches, das ich trotz zahlreicher Interviews, die ich bereits als Journalistin führte, nicht kannte und für das ich unendlich dankbar bin: Die Menschen öffneten mir ihr Herz. Ich konnte wahre Schätze bergen. Ihr Vertrauen rührte mich.“

Foto: Kristoff Kühne

Ich leistete eine Menge Arbeit und erhielt reichlich Belohnungen. Ich erfuhr einige harte Lektionen und durchlebte viele Veränderungen. So passt es beispielsweise zu meiner Vorstellung eines Weltfriedens nicht mehr, sich einer Glaubensrichtung zu verschreiben. Ich bin für alle Glaubensrichtungen offen. Daher gehören meine drei Patenkinder in Afrika alle unterschiedlichen Religionen an. Es macht mich stolz und glücklich, sie groß werden zu sehen. Unser erstes Patenkind hatten wir bereits vor der Geburt unserer Tochter. Es wurde von seiner Kinderdorfmutter adoptiert, als diese in Rente ging. Und es macht unendlich traurig, wenn eins stirbt, wie unsere kleine Patentochter Kabagire in Mosambique. Sie starb an nichts. Es war einfach nur Durchfall. Seit ich selbst Kinder habe, zerreißt es mir noch mehr das Herz. Aber es zeigt mir, wie wichtig es ist, dranzubleiben.

Das letzte Gespräch meines Buches führte ich mit dem streng gläubigen Shahab Ud-Din, der eine wichtige Funktion innerhalb der verfolgten muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde innehat.

Die Menschen in meinem Buch setzen unglaubliche Kräfte frei, weil sie lieben. Nach meinem Post Close to Heaven auf Instagram, in dem ich darüber schreibe, wie sich die Brustkrebskranke Mutter von ihrer kleinen, vierjährigen Tochter verabschiedet, bekam ich zu hören: „Angesichts dieses schlimmen Schicksalsschlages müssen wir doch sehr dankbar für unser Leben inmitten unserer gesunden Lieben sein“. Ja, bitte gerne. Aber das ist es nicht, was ich zeigen will. Weil es nicht das ist, was ich erlebte. Diese Menschen brauchen kein Mitleid! Diese großartigen Leute leben vor, wie sie die Liebe durch ihre Schicksalsschläge trägt. Wie Liebe sie wachsen und reifen ließ. Wie Liebe sie unendlich Großes, Reines, Mutiges, Selbstloses, ja Göttliches schaffen ließ.

„Heute ist es selten, dass sich jemand mit dem Thema Gott und Religion auseinandersetzt. Ich freue mich jedes Mal wenn ich mich mit Gläubigen austauschen kann, egal welcher Glaube. Tolles Interview und sehr schönes Thema.“

Obwohl sich während der Arbeit an meinem Projekt vieles für mich änderte, behielt ich die gleichen Werte, die mich schon mein ganzes Leben tragen: der Glaube, dass sich etwas Göttliches in jedem Menschen finden lässt; die Liebe, die unbesiegbar macht und die Hoffnung, die uns alle Grenzen überwinden lässt. Ich schreibe seit mittlerweile 20 Jahren Texte. Ich begann mit meinem Tagebuch und schrieb meiner imaginären Freundin Kitty. Ich verfasste Schulaufsätze und gewann Wettbewerbe. Ich arbeitete als Studentin in Redaktionen und schrieb Reiseberichte. All meine Texte entstehen aus der gleichen Motivation: Ich möchte berühren.

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Ich erhielt tolles Bildmaterial und hatte die Idee, das Buch im Magazin-Style zu verfassen. Als das Projekt ins Stocken geriet, war Raziq Ahmad Tariq mein Retter und finishte es.
Die Idee, die USA als Land der Hoffnungen auszuwählen entstand, als ich mit meiner Familie im Sommer 2018 für drei Monate im Wohnmobil durch Kanada und die USA reiste…
Ich sprach mit osteuropäischen Studenten, die als Summerjobber Geld in den USA verdienten, um sich den Traum vom Reisen durch die Vereinigten Staaten zu erfüllen. Und immer wieder traf ich ganz unterschiedliche Menschen, die von Nordamerika träumten, darauf hofften, sich danach sehnten und ihre Zukunft dort sahen oder sie zumindest für einen Sommer damit bereichern wollten. Und letztlich suchten ja auch wir dort nach der großen Freiheit…

„Es ist unglaublich, was die Liebe zu leisten vermag. Und es ist unglaublich tröstlich, dass es möglich ist. Wir brauchen nicht länger vor Schicksalsschlägen Angst zu haben. Wir können vertrauen. Dass die Liebe uns tragen würde. Dass sie uns stark macht. Dass sie uns alles schaffen lässt. Dass sie uns unbesiegbar macht.“

Ich hoffe, das wunderbare Gefühl der Verbundenheit, das ich empfand, als ich die Interviews führte, ist beim Lesen spürbar, egal, wie unterschiedlich die Menschen in diesem Buch nach ihrem Glauben, ihrer Art zu lieben, ihrer Herkunft, ihrem Alter, ihrer persönlichen Situation und Lebenserfahrungen, ihrem Familienstand, ihren Vorlieben, ihren Zielen und ihrer Bildung nach auch sind. Die Wertevorstellungen und Träume sind sich oft sehr ähnlich…
Alle sehnen sich nach Verbundenheit, Freundschaft, Liebe und Frieden.

It’s done!
Was ich spüre? Erleichterung! Und Dankbarkeit!!!

Meine glorreichste, ehrwürdigste, ruhmreichste, glanzvollste, achtunggebietendeste Auszeichnung!


Ich habe wahnsinnig viel gelernt, indem ich für dieses Projekt einmal alles was zur Entstehung eines Buches gehört, einschließlich dessen Druckes, durchgemacht habe… Es war schrecklich schön. Und ich kann mir im Augenblick nicht vorstellen, das noch mal zu tun… Aber ich weiß jetzt, worauf es ankommt und das wars wert!

Viel Spaß beim Lesen!

Interviews: Subhransu Mahapatra, Shahab Ud-Din, Dr. Steffen Storck, Frau Sharafian, Christian Böhner, Crisolita Evora Lima Rodrigues Tavares, Yasmin Nazari-Shafti, Dan, Dr. Hartmut Treu, Armin Sengbusch, Eva-Maria Esken, Christian Gruber, Mirjam E., Chaly (Peter Marsal), Jonas Gabriel, Denis Dimitrov, Melody Gilbert, Aleksa Krstic, Wiebke Schwartau, Damian Skrzypczak, Natalia Chicu, Bailey Garfield, Inga Deveze, Tatjana, Sebastian Göbel
Grafikdesign: Madeleine Möhlmann, Raziq Ahmad Tariq
Korrektorat: Amélie Gloyer

Mein bisher zauberhaftestes, wunderbarstes, herzallerliebstes, zuckersüßestes, megageilstes Feedback! @Madhusmita

8 Kommentare zu „Print“

  1. „Ist zu den Themen Glaube, Liebe und Hoffnung nicht schon alles gesagt?“ startete Anke Kühne in ihrem Buch und ich dachte: Na toll, dann lass mal sehen!
    Ihre Interviews sind dann wirklich toll! Jedes einzelne! Natürlich gibt es welche die herausragen, wie das einer Jüdin aus Israel, die heute in Deutschland lebt und deren Eltern zahlreiche Freunde hatten, die Auschwitz überlebten. Oder das eines Muslims, der über die permanenten Anfeindungen spricht. Auch das einer amerikanischen Dokumentarfilmerin, die über die Sicht junger osteuropäischer Studenten von Eliteunis erzählt, wenn sie in den USA als Summerjober tätig sind. Sowie das eines Vaters, der seine Frau an Brustkrebs verlor und plötzlich allein mit seiner kleinen Tochter dastand.
    Aber sie sind alle lesenswert. Und es sind nicht die Themen, die besonders sind, sondern es ist die Art, der Interviews. Die Stärke dieser Geschichten sehe ich darin, dass sie persönlich sind. Sie geben tiefe Einblicke.

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Anke, Dein Buch habe ich bei meiner Hamburger Familie ausgeliehen.
    Als gottloses Ossiweib bin ich mit „Glaube – Liebe – Hoffung“ eigentlich erst in der Sowjetunion, vor unglaublichen ca. 40 Jahren, in Berührung gekommen. Religiös oder nicht – für die meisten Menschen, mit denen ich da zu tun hatte/habe (mittlerweile im weitestgehend stolzen Russland), waren/sind «Вера – Надежда – Любовь» Säule und Stütze im Leben. Die Reihenfolge ist anders: „Glaube – Hoffnung – Liebe“. Und alles das sind verbreitete und sehr beliebte Vornamen: „Vera, Nadeshda, Ljubov“. Und es gibt tolle russische Lieder zu diesem Thema!

    Ich wünsch Deinen hoffentlich zahlreichen Lesern und Dir viel Freude mit dem Buch.

    Katharina Koterewa (die Oma eines Kumpels Deiner Zwillinge)

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Katharina, ganz herzlichen Dank! Die Gottlosigkeit in der ehemaligen DDR klingt in meinem letzten Interview des Buches bei Sebastian Göbel an, spannendes Thema! Die Bedeutung der russischen Vornamen war mir noch nicht bekannt, danke Dir dafür!
      Liebe Grüße, Anke

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