Es sieht immer so chic aus: Kopfhörer auf den Ohren, ein Großmembran-Mikro direkt vor den Lippen wie zum Kuss und ein strahlendes Lachen, als wär’s der größte Spaß! Ganz ehrlich? Es war die Hölle … Nie im Leben hätte ich gedacht, dass es so herausfordernd wäre, mein eignes Buch einzulesen! Unter uns: Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich es definitiv bleiben lassen. Aber ich fand es persönlicher, als wenn eine Schauspielerin es vorlesen würde … How ever, ich dachte, es wird eine witzige Erfahrung und in ein paar Tagen bin ich damit durch …
Hörprobe „Ramin und Tilda“
WIE EIN SPRUNG INS KALTE WASSER
Ich war fast vier Wochen lang rund um die Uhr mit der Aufnahme beschäftig. Nein, es ist nicht mit dem Umfang einer „Warrior Cats“-Staffel vergleichbar, sondern lediglich 44 Minuten lang. Ja, das gesamte Hörbuch. Ein Track ist maximal zwei Minuten lang und ich habe für jeden gut und gerne 50 Mal die Aufnahme wiederholt. Am Ende des Tages konnte ich meinen eigenen Namen nicht mehr aussprechen. Nach der Hälfte der Zeit war ich mit krächzender Stimme beim HNO. Er stellte eine leichte Entzündung meines Kehlkopfes fest. Hallo? Es war ja nicht das erste mal, das ich beruflich viel gesprochen habe … Der HNO empfahl mir dringend Stimmbildung. Die Therapeutin meinte, ich sei stimmlich dermaßen gestresst, dass ich in den ersten 90-minütigen Sitzungen einfach nur auf ihrer Liege atmen solle …
„Ramin fragt: ‚Freunde für immer?‘ Tilda nickt. Sie schaut Ramin in die Augen. Dann sagt sie laut: Freunde auf ewig!“
Hörbuch Ramin und Tilda (2025)
WIE HAT’S DIR GEFALLEN?
Matilda, 10 Jahre, Schülerin des Albert-Schweitzer-Gymnasiums
Die Münchener Bucherschau hat mich dann wirklich belohnt! Im Haus der Kunst können Besucher*innen in rund 20.000 Neuerscheinungen schmökern. Besonders Schulklassen nutzen dieses Angebot. Überall lagen Kinder in Sitzsäcken herum und lasen. Die Buchmesse ist im Vergleich zu Leipzig – und erst recht Frankfurt – klein. Dafür hat München selbst einiges zu bieten. Besonders zur Weihnachtszeit, wenn dicke Schneeflocken fallen, die Märkte festlich geschmückt sind und ein Glühwein wärmt – das macht es locker wieder wett …
MÜNCHENER BÜCHERSCHAU
ERHÄLTLICH BEI SPOTIFY, THALIA & AUDIBLE
Das Hörbuch kann bei allen gr0ßen Anbietern gestreamt werden, ist 44 Minuten lang und im Novum Verlag erschienen. In der Geschichte geht es um um die zehnjährige Tilda, die stumm ist und keine Freunde hat. Ein Schweigegeist ist ihr ständiger Begleiter. Er lebt von ihrer Angst. Der zehnjährige Ramin entdeckt Tilda auf dem Schulhof. Er hat auch keine Freunde. Seit seine Eltern flüchteten, müssen sie ständig umziehen, um sich sicher zu fühlen. Doch Ramin ist kein bisschen schüchtern! Er geht auf Tilda zu, hält ihr die Hand hin und bietet ihr die Freundschaft an. Tilda kann immerhin nicken. So gehen sie gemeinsam nach der Schule zu Ramin. Dort werden die Kinder überrascht und ihre Freundschaft auf die Probe gestellt…
Es ist aufregend! Mega aufregend, es kribbelt in meinem Bauch vor Freude, ich liebe den Geruch frisch gedruckter Bücher, die Medien überschlagen sich mit Berichten über tolle, eloquente, erfolgreiche, interessante, neue Werke und Autor*innen … „Ramin und Tilda“ besuchen die Buchmesse vom 27. bis 30. April 2023 in der neuen Leipziger Messe!
„Ramin und Tilda“ erscheint im kalten, verregneten November, passend um mit ihnen gemütlich vorm Feuer in eine Decke gewickelt zu lesen und sich dabei an einem Heißgetränk festzuhalten. Aber jetzt ist Frühling und „Ramin und Tilda“ will raus! Es ist die erste reguläre Leipziger Buchmesse nach der Pandemie und ich freue mich wie verrückt auf dieses Event!
Als Kind träumte ich von Messen, mit all den farbigen Büchern, wenn ich die Nachrichten im Fernsehen sah. Ich spielte Buchladen und legte besonders gern die bunten Cover von „Jan und Julia“ in mein Schaufenster. Dass ich selbst mal ein Buch auf der Leipziger Messe ausstellen würde, schien mir als Kind so wahrscheinlich, wie einen Fuß auf den Mond zu setzen …
Bild: Lykka Kühne
Einen Monat vor der Messe denke ich: „So langsam könnte es losgehen …“ Doch der Verlag schläft wie Dornröschen. Meine Tochter begleitet mich, in der Roller der kleinen Illustratorin …
Es ist voll! Mega voll, überquellend, ausufernd, erstickend, erdrückend, auseinanderberstend und deprimierend voll. Deprimierend? Wieso denn das? Ist doch cool, dass das Buch so gefeiert wird! Hmmm schon, aber „Ramin und Tilda“, mein Verlag und ich scheinen in dem Gedränge völlig unterzugehen …
Rund 270 000 Lesehungrige besuchen die Messe 2023!
Foto: Leipziger Messe GmbH/ Tom Schulze
Ich verliere mich in den unendlichen Dimensionen der Menge, fühle mich klein, winzig, unbedeutend und den Massenausgeliefert. Hilfe, es ist ein Gefühl, als ob ich zwischen den wabernden Menschen, die sich durch die Gänge schieben, ertrinke!!! Es surrt und summt, strömt ein und aus, wie in einem Bienenstock, die Individuen lösen sich auf, bilden ein waberndes Ganzes…
Das Angebot an Lesungen, Signierstunden, Schreiblaboren, Buchdruck-Workshops, Fotokursen, Podcast-Schulungen oder Upcycling-Seminaren ist riesig, selbst für Kinder…
#verlagegegenrechts
Klingt nach der Euphorie eines Festivals? Absolut! Die Leute tragen schrille Kostüme ihrer Lieblingscomicfiguren, Neytiri aus dem Film Avatar ist immer wieder zu sehen, Masken aus Ghostrider, League-of-Legends, Ganzkörper Drachenkostüme oder Bodypaintings…
Es ist heiß! Mega heiß, wie in der Sauna, Kreislauf schwächend und es dürstet mich.
An den Rändern der Messehallen wuchern die Lager der Erschöpften, quillen zu den Türen hinaus ins Freie vor die Messehallen, hingegossen und zerflossen strecken die geschlagenen Superhelden alle Viere von sich.
Unter den Perücken rinnt der Schweiß und spült die kunstvollen Makeups fort.
#buchbar
Zwei Pikachus liefern mittendrin eine aufmunternde Show, tanzen umeinander, rennen voreinander weg, aufeinander zu und fallen sich schließlich in die Arme. Die Schlangen vor Toiletten, Getränke- und Essenständen winden sich endlos zwischen den Lagern. Die Besucher sind überwiegend jung, Mitte zwanzig und die wenigen Älteren verlieren sich zwischen ihnen…
Die Geschichte der Leipziger Buchmesse hat eine lange Tradition und reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück.
#mangacomiccom
Es sind viele Freaks dabei! Ganz eindeutig Freaks, sie schleppen Unmengen an Schwertern, Flügeln, Hüten, Kostümen und Büchern in riesigen Beuteln, Taschen und Tüten. Besonders beliebt sind Überraschungsboxen, wie die von den Drei ???. 30 Euro, für einen enthaltenen Warenwert von 40 bis 50 Euro. Sie kaufen gleich fünf bis zehn auf einmal und packen sie noch an Ort und Stelle aus. Sie stehen dafür stundenlang an, ebenso für Bücher, um diese signieren zu lassen und Fotos mit den Autor*innen zu schießen.
Es sind die Begegnungen! Mega Begegnungen, wie mit einem jungen französischen Pärchen, das nach Deutschland trampte und das wir ein kleines Stück mitnehmen…
#vwbus
Das Gespräch mit einer 60-Jährigen, die ironisch distanziert über die DDR erzählt. Sie sagt: „Ich werde immer gefragt, wer zum Teufel bloß in diesen hässlichen Plattenbauhochhäusern wohnen wollte… Na, alle! Da gab es Strom und fließend Wasser! Das war für viele ein irrer Fortschritt. Studenten zahlten damals 10 Mark für eine Wohnung.“
Begegnungen mit Studen*tinnen die Workshops gestalten, wie Nuria Glasauer, die Journalismus studiert und für das Junge Literaturinstitut zum Thema „Spiegel“ eine Schreibwerkstatt gestaltete.
hallo@junges-literaturinstitut.de
Die Begegnung mit Student*innen, mit denen wir uns einen Tisch im Vapiano beim Pizza essen teilen, weil es so voll ist. Ich habe nie so oft in meinem Leben das Wort „heiß“ gehört. Der Kellner ist heiß, die Oberarme eines Schauspielers sind heiß, der Sänger einer Band ist heiß, obwohl er nicht singen kann, feministische Männer sind grundsätzlich heiß, obwohl Feministinnen niemals heiß sind …
Die Begegnung mit einem Verlag bei dem Kinder Bücher machen. Buchkinder Leipzig e. V. erhielt den Sächsischen Verlagspreis 2022 vollkommen zu Recht.
Der Buchkinder Verlag begleitet Jugendliche und Kinder auf ihrem Weg sich auszudrücken, eine Geschichte zu erfinden und schließlich ihr Buch in der vereinseigenen Buchmanufaktur zu drucken.
Kleine und große Illustratorin! Lykka Kühne mit Manuela Uebelhart aus Zürich.
manuela.uebelhart@gmail.com
Treffen mit Schriftsteller*innen! Sie machen die Buchmesse zu einem Fest, wie Tania Rupel Tera. Mit 35 Jahren sprach die Malerin und Schriftstellerin kein Wort Deutsch. Heute stellt sie in Bildern, Gedichten und Büchern den Menschen und sein Inneres, seine verborgenen Gefühle, Ängste und Wunden in den Mittelpunkt – auf Deutsch!
Tanja Rupel Tera kommt aus Sofia, Bulgarien. Sie ging wegen der Liebe nach Deutschland.
Es ist Leipzig! Die Stadt hat eine lange Tradition, etwa mit Johann Sebastian Bach und der Thomaskirche mit dem Thomanerchor, der Geist der friedlichen Revolution von 1989 ist fühlbar, es ist eine quirlige, junge Stadt mit knapp 40 000 Studenten und eine Kreative, mit vielen Künstlern, wie einst Goethe…
Leipzig ist mega, der Lonly Planet empfiehlt sie als Nummer eins der Städte Deutschlands, die man gesehen haben muss und auch die New York Times schrieb, dass man Leipzig nicht verpassen dürfe!
Bildidee: Lykka Kühne
Zu einem Goethe gewidmeten Denkmal, höre ich folgende Geschichte: Während seiner Studienzeit als junger Mann, befand Goethe sich in vornehmer Gesellschaft und bekam vom Sohn der Gastgeber eine Wette vorgeschlagen, dass wohl selbst er, als Dichterfürst Deutschlands, aus folgenden beiden Wörtern keinen Reim bilden könne: „Haustürklingel“ und „Mädchenbusen“. Goethe nahm die Wette an, zog sich einige Minuten zurück und dichtete:
„Die Haustürklingel an der Wand, der Mädchenbusen in der Hand sind beides Dinge wohl artverwandt. Denn, wenn man beide leis‘ berührt, man innen drinnen deutlich spürt, dass unten draußen einer steht, der sehnsuchtsvoll nach Einlass fleht…“ #JohannWolfgangvonGoethe
Tilda ist zehn Jahre alt, stumm und hat keine Freunde. Ein Schweigegeist ist ihr ständiger Begleiter. Er lebt von ihrer Angst. Der zehnjährige Ramin entdeckt Tilda auf dem Schulhof. Er hat auch keine Freunde. Seit seine Eltern flüchteten, müssen sie ständig umziehen, um sich sicher fühlen zu können. Doch Ramin ist kein bisschen schüchtern! Er geht auf Tilda zu, hält ihr die Hand hin und bietet ihr die Freundschaft an. Tilda kann immerhin nicken. So gehen sie gemeinsam nach der Schule zu Ramin. Dort werden die Kinder überrascht und ihre Freundschaft auf die Probe gestellt…
Lykka Kühne zeigt in ihren Illustrationen, wie sie sich fühlte, als sie ihren eigenen Schweigegeist als 4-Jährige erfolgreich vertrieb.
Anke Kühne absolvierte ihren Master in Geographie, Politik- und Medienwissenschaften. Schreiben lernte sie an der Deutschen Fachjournalisten-Schule. Sie arbeitete für GEOkompakt, die Kieler Nachrichten und das Umweltbundesamt. Sie hat eine Tochter und zwei Söhne.
Heute schreibt Anke Kühne als freie Autorin, veröffentlicht Bücher wie „Glaube, Liebe, Hoffnung“ und arbeitet an Erzählungen sowie Romanen.
Warum das Buch vier Mal zu Weihnachten verschenkt?
Ausstrahlung des Weihnachtskonzerts mit meiner Tochter Lykka Kühne im Hamburger Mädchenchor @maedchenchorhamburg7662 am 22. Dezember 2024 im Hamburger Fernsehen @tide als Spendenaktion für den @lionsclub.
Ramin sagt in meinem Buch: „Aber was bedeutet denn Liebe? (…) Wenn er so an Gott denkt und ihn mit aller Kraft liebt, spürt er nur noch ihn. Er empfindet dabei Frieden, Alhamdulillah. Im Frieden gibt es nichts Störendes. Keine Sorgen. Keine Vorwürfe. Keinen Streit und keine Angst. Frieden ist für Ramin Liebe.„ Ramin und Tilda (2022), S. 52.
Hast du dich auch gerade empört, dass ich ein Foto dieser Moschee poste? So ging es den Spaziergänger:innen an einem wunderschönen, sonnigen Tag an der Außenalster. Sie sagten: „Ey, du weißt bestimmt nicht dass die Moschee das iranische Regime unterstützt und deshalb überwacht wird?“ „Doch weiß ich!“, entgegnete ich gefühlte 50 Mal.
„Aber genau um das Thema geht’s in meinem Buch…“
Spätestens an dieser Stelle unterbrachen mich alle kopfschüttelnd. Mit einem ausgerufenem: „Man, du unterstützt doch die Falschen!“ oder einem mitleidigen: „Naja, ist ja dein Problem…“, liefen sie eilig weiter, ohne mir zuzuhören. Es interessierte sie gar nicht ernsthaft, warum sich jemand vor der Moschee fotografieren lässt. Die Leute haben Bilder im Kopf. Fotos, die polarisieren. Aufnahmen, die zertrennen und verletzen. Und dabei trifft es oft die Falschen: Kinder, Verfolgte, Andersseiende.
„In meinem Buch geht es um Ramin, einen 10-jährigen Jungen, der mit seinem Eltern aus einem muslimischen Land flüchtete, weil er dort wegen seines muslimischen Glaubens verfolgt wurde. Und der in Deutschland wegen seines muslimischen Glaubens angefeindet wird und keine Freunde hat…“
Also, warum es mir geht: Schaut genau hin! Hört geduldig zu! Stellt schwierige Fragen! Wundert euch so richtig! Seid gerne unbequem! Gebt anderen immer wieder eine Chance sich zu erklären!
Natürlich heißt Ramin im echten Leben nicht Ramin. Aber ich bin unendlich dankbar, ihm begegnet zu sein!
DANK: an Saskia Lorenz fürs Korrekturlesen; an Sandra Aichlseder für die fachliche Beratung zum Schweigegeist; an Yasmin Nazari-Shafti für die arabischen und persischen Sprachkenntnisse sowie die muslimischen Redewendungen.
@Kristoff Kühne: Danke für Deinen unverwüstlichen Optimismus!
Das Buch ist für Kinder ab acht Jahren empfohlen.
ENSTEHUNGSGESCHICHTE: Auf einer Fahrt durch Schweden hatte ich die Geschichte plötzlich im Kopf: Auf der Rückbank im Auto sitzend, schrieb ich erst mein Notizbuch voll, dann auf Knäckebrotpapier weiter…
… und schließlich auf einer Tüte, die wir während einer Pause in Waynes Coffeeshop erhielten!
Tilda ist zehn Jahre alt, stumm und ausgegrenzt, weil ein Schweigegeist auf ihrer Schulter sitzt. Sie ist extrem schüchtern und leidet an Mutismus. Die Kommunikationsstörung wird oft nicht richtig erkannt.
Von Mutismus sind größtenteils Kinder betroffen, rund 10.000 deutschlandweit, darunter häufiger Mädchen.
„Ramin fragt: Freunde für immer? Tilda nickt. Sie schaut Ramin in die Augen. Dann sagt sie laut: Freunde auf ewig!“ Ramin und Tilda (2022), S. 60.
Illustration: Lykka Kühne
HÖRPROBE: Ramin und Tilda (2022), S. 18ff
gesprochen von Anke Kühne
Der dicke Schweigegeist auf Tildas Schulter, trägt einen blauen Turban und einen Lendenschurz. Sonst ist er nackt… Tildas Vater übernimmt den Typus eines, unter therapeutischen Gesichtspunkten, idealen Elternteils: Er ist offen, der Therapeutin zugewandt und lernwillig.Die Logopädin ist auf die Behandlung mutistischer Kinder spezialisiert. Tilda durchläuft den idealtypischen Verlauf einer Heilung.
Der Schweigegeist futtert Tildas Angst. Sie schmeckt für ihn wie Zuckerwatte. Je größer Tildas Angst, desto dicker wird der Schweigegeist…
Tildas Genesung wird im Zusammenspiel zwischen Eltern und Therapeutin möglich, vor allem aber durch den ersten Freund in Tildas Leben: Ramin!
Tilda schafft es, Ramins Familie von einem weiteren Umzug abzuhalten. Und die Freundschaft der Kinder vertreibt den Schweigegeist…
Ramin ist ein zehnjähriger Junge, der mit seiner Familie flüchtete.
Sie waren an der Nordsee. So etwas kannte Ramin gar nicht. […] Er fühlte die Freiheit. Sie schien ihn richtig zu packen! […] Er atmete tief die salzige Luft ein. Er hörte das Donnern der Wellen. Er lauschte dem Kreischen der Möwen. Er spürte, wie der Wind stürmisch sein Gesicht streichelte und ihm die Haare zerzauste. Er schloss die Augen, breitete die Arme aus und lächelte. Ramin und Tilda (2022), S. 38
Ramins Eltern verloren in ihrer Heimat alles, bangten um ihr Leben und sind traumatisiert. Obwohl seine Familie in Deutschland in Sicherheit lebt, leidet sie unter posttraumatischen Belastungsstörungen.
Gemeinsam verscheuchen Tilda und die Logopädin Susanne den Schweigegeist. Tildas Freund Ramin hilft dabei. Und Papa, mit seinem unerschütterlichen Optimismus…
Ramins Familie begegnet Menschen, die ihnen gegenüber nicht tolerant sind. Ramin und seine Geschwister fanden noch keine Freunde in Deutschland. Die Eltern leben isoliert und haben sich damit abgefunden.
Ramin trifft Tilda auf dem Schulhof. Er erkennt sofort, dass das Mädchen sehr schüchtern und einsam ist. Vorsichtig nähert er sich ihr…
Ramin ist unerschrocken und lässt sich weder von Tildas Sprachlosigkeit, noch ihrer abweisenden Körperhaltung beeindrucken. Er redet offen über Tabus. Langsam öffnet sich Tilda. Der Junge bleibt am Ball. Als sie gemeinsam nach der Schule zu Ramin gehen, treffen sie dort auf ein großes Durcheinander.
Manchmal glaubt Tilda, der Schweigegeist erdrücke sie. Zum Glück gibt es Susanne! Sie liebt es Schweigegeister zu vertreiben…
Illustration: Lykka Kühne
Bei Ramin Zuhause, sind die Hühner der Familie tot und überall ist Blut. Die Mutter ist retraumatisiert, der Vater psychisch labil, die Geschwister leiden unter dem Druck der Verantwortung, den sie ihren Eltern gegenüber verspüren.
Lykka Kühne vertrieb als Vierjährige selbst erfolgreich einen Schweigegeist! In ihren Bildern drückt sie aus, wie sie sich dabei fühlte.
Bild: Lykka Kühne
Tilda nimmt all ihren Mut zusammen: Es gelingt ihr, in Gegenwart Fremder zu sprechen. Die Familie spürt dank des Mädchens zum ersten Mal in Deutschland Frieden.
Ramin fragt: „Freunde für immer?“ Tilda nickt. Sie schaut Ramin in die Augen. Dann sagt sie laut: „Freunde auf ewig!“ Ramin und Tilda (2022), S. 60.
LESUNGEN Ich lese an Hamburger Schulen sowie in anderen Städten Deutschlands.
Anfragen unter contact@ankekuehne.com
JÜNGSTE KINDER Die Vorschüler:innen der katholischen Kita St. Katharina, aus Gütenbach im Schwarzwald, waren die bisher jüngsten Kinder, die an einer meiner Lesungen teilnahmen!
KLEINSTE SCHULE Mit nur insgesamt 34 Schülerinnen und Schülern von der 1. bis zur 4. Klasse, bildete die Landgrundschule in Neukirch, Baden-Württemberg, die bisher kleinste Schule, an der ich gelesen habe!
„Ein paar Tage, nachdem sich Ramin und Tilda das erste Mal begegneten, wartet Ramin morgens vorm Schultor auf Tilda. Er hält etwas in beiden Händen und umschließt es fest. Er lächelt, als er daran denkt, wie er auf die Idee kam, sich so mit Tilda zu verabreden…„ Ramin und Tilda (2022), S. 36.
I hold a master’s degree in geography, political science & media studies. I learned to write at the DFJS. I worked for GEO, the KN & the UBA. Today I write as a freelance author & publish books such as „Ramin & Tilda“.
Meine Tochter schenkte mir zum Geburtstag ein selbstgebasteltes Heft.
Sie fragte: „Mama, schreibst du auch mal ein Buch für Kinder?“
Ich schenkte meiner Tochter ein Kinderbuch zum 8. Geburtstag…