Kindermund tut Wahrheit kund oder…

…feiert Geburtstag

km feiert Geburtstag

Als ich meine Zwillinge frage, wie alt sie an ihrem Geburtstag werden, antworten sie wie aus einem Mund: „Fünf!“ Unter uns, sie werden drei. Aber die Jungs, die sie im Kindergarten bewundern und einladen wollen sind: fünf! Mein Mutterherz krampft jetzt schon, weil die Großen sicherlich wegen „wichtiger Termine“ absagen…
Geburtstag feiern ist eine aufregende Sache und die Vorbereitungen beginnen entsprechend schon Wochen zuvor. Also nicht meine, sondern die der Kinder! Die ältere Schwester packt alle möglichen Gegenstände, die sie in ihrer Krimskrams-Schublade findet, wie einen Teller zum Jonglieren, Seifenblasen und ein Schnitzmesser, wahlweise in Geschenkpapier, Küchenrolle oder Servietten. Dafür braucht sie viel Geschenkband, notfalls geht’s allerdings auch mit reichlich Flüssigkleber oder Tesafilm. Wenn sie dann alles zufriedenstellend verpackt hat, stopft sie es in ihre Schultüte und spielt Bescherung. Und wehe, ja wehe, der oder die Beschenkte, freut sich nicht wie verrückt über den Plunder. Es ist auch nicht ratsam, sich über backsige Hände zu beschweren oder mit dem Einwand zu kommen, dass dies ja ein großes Durcheinander sei, welches Bitteschön auch wieder aufgeräumt werden müsse. Sofort fiele unsere Sechsjährige zurück in die Kleinkind Trotzphase und würde sich schreiend auf dem Boden wälzen. Aber zum Geburtstag gehören nicht nur Geschenke sondern auch Luftballons – die alle ich aufzupusten habe. Zahllose erliegen den Jagdversuchen unserer Katzen, weitere platzen, weil die Jungs, der schönen Geräusche wegen, hinein kneifen und etliche fristen ihr Dasein, weil sie im Kampf der heftig miteinander streitenden Brüder im Weg sind. In diesem Fall ist es daher glücklich bereits Wochen vorher zu beginnen, so bekomme ich bis zum Geburtstag eine kleine Traube Ballons zusammen. Auch Kuchen gilt es zu backen! „Wir backen gleich Mumffins oder was anderes“, erklärt mein Kleinster mit wichtiger Mine. Für Omas und Opas Besuch. Für die Kinderfeier. Für den Waldkindergarten. Noch nie konnten oder wollten sie sich unsere Gäste durch das umfängliche Angebot essen, aber das hält meine drei Kinder nicht davon ab, wieder Kuchenberge zu produzieren. Die bereits Wochen vorher zubereiteten, frieren wir ein. Bei uns im Keller steht seit anderthalb Jahren ein, eigens für solche Anlässe angeschaffter, Gefrierer. Einladungen malen und basteln unsere Kinder ebenfalls sehr gerne. Und bis endlich eine gelingt, die sie nicht gleich wieder verwerfen, kann Zeit ins Land gehen. Ganz wichtig ist, dass sie allen gefällt. Die Zwillinge können nicht anders als sich abzustimmen, aber meine Tochter redet auch ein Wörtchen mit. Da es eine Faschingsparty gibt, basteln sie einen „Yakari“. Ihre Cousine kreierte ein paar Jahre zuvor ebenfalls so eine Karte und der „kleine Indianer“ ist bis heute ein Hit. Ich frage, wen meine Jungs einladen wollen. „Yakari und alle Jungs die im Wald sind, Mama!“ findet mein Jüngster. Aber leider haben wir Eltern die unsinnige Regel aufgestellt, dass jedes Kind, so viele Gäste einladen kann, wie es Jahre alt wird. Das sind immerhin sechs, denn die Jungs werden jeder drei Jahre alt. Ein Grund zum Freuen? Nein, es gibt dreifaches Wutgebrüll mit Tränen! Meine Tochter findet es ungerecht, sie konnte auch nur sechs Kinder an ihrem letzten Geburtstag einladen. Mein einer Sohn ist beleidigt, weil sein Bruder das einzige Mädchen eingeladen hat. „Ich will lieber Liv einladen, die möchte ich nämlich heiraten“, brüllt er. Er müsste sich dafür aber von einem anderen Kind trennen. Und er hat schon zwei große Jungs eingeladen. Die nimmt ihm dann vielleicht sein Bruder weg… Zwischenzeitlich fragt mich ein Freund, ob die große Schwester einer der eingeladenen Kinder nicht auch mit kommen könne. Und obwohl er mein „Nein“ nicht verstehen wird, eröffne ich auf keinen Fall noch mal eine neue Debatte darüber wer beim Fest dabei ist! Und dann eine Phase des Friedens: Alle, wirklich alle eingeladen Kinder sagen zu. Auch die coolen fünfjährigen Jungs. Sie sind glücklich meine Kleinen. Und ihre große Schwester mit ihnen. Jetzt fehlt nur noch ein Indianerschatz, Kostüme und – „die Gäste Mama, wann kommen die Gäste? Morgen?“ „Nein, mein Schatz, die Gäste kommen nicht morgen sondern nächste Woche, also noch sieben mal schlafen…“
Die Feier glückt, mit Schnitzeljagd, Topfschlagen und Masken basteln. Die Kindergartenfreunde schenken zwei Fußbälle, so dass die Zwillingsbrüder keinen Grund zum Streiten haben. Als alle Gäste zu Hause sind und die Kinder ins Bett zu gehen, sagt mein Sohn: „Ich will mit meinem Puzzle-Buch schlafen gehen“. Nun ist der Spuk für ein Jahr vorbei? Meine Tochter raubt mir alle Hoffnungen: „Mama, jetzt bereiten wir den Geburtstag für unsere Kätzchen vor, die werden ein halbes Jahr alt und Pettersson und Findus feiern auch drei mal im Jahr den Geburtstag des Katers!“

Kindermund tut Wahrheit kund oder…

…will eine Katze!

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„Wau, wau, wau“, ruft meine Tochter laut und springt auf eine Katze zu. Diese flüchtet und lässt sich nicht mehr blicken. Für meine kleine, zweijährige Tochter ist es Liebe. Wir urlauben in einer Finca auf Mallorca und in dem 500 Jahre alten Innenhof wimmelt es nur so vor Katzen. Unsere Tochter lauert ihnen stundenlang auf, lockt sie mit Futter und bleibt der Katzenschreck. Ihre Begeisterung für die „kleinen Tiger“ schmälert das kein bisschen. Im Gegenteil und sie wird geschickter. Mit fünf Jahren ist sie tatsächlich zur Katzenflüsterin geworden. Jeder noch so verstörte Streuner lässt sich streicheln und oft sogar nur von ihr. Sie fordert ein eigenes Kätzchen, aber mein Mann schiebt seine Katzenhaar-Allergie vor. Als die beste Freundin meiner Tochter ein Jahr später eine Babykatze bekommt, obwohl ihr Papa eine Allergie hat, lässt sie keine Ausrede mehr gelten. Die Rasse Selkirk Rex produziert kaum allergene Proteine und verliert weniger Fell. Mein Mann fährt also zur Katzenschau, reibt sich Haare in Augen und Nase, dann wartet er: Nichts! Meine Tochter verliebt sich gleich in eine kleine Tigerkatze, mein Mann in einen dicken, schwarzen Kater. Sie kommen freudestrahlend nach Hause und verkünden: „Wir haben gleich zwei Kätzchen genommen!“ Wow, das ging fix und ist mir fast zu viel. Zum Glück säugt die Katzenmutter noch ein Weilchen, so dass ich Zeit zum Verdauen habe. Meine Tochter hingegen ganz eifrig: “Mama, wir brauchen Katzenfutter, Fressnäpfe, Trinkschalen, einen Kratzbaum, Käfige für den Transport, Decken für den Schlafplatz, Katzenklos, Streu, Halsbänder, auch mit Glöckchen, Spielzeug, Leckerlies, eine Katzenklappe und eine Leine!“ Eine Leine? „Klar, ich will doch überall mit meinen Katzen hingehen können.“
Wir dachten uns, dass es Stallkatzen werden, die im Nebengebäude, in unserem Garten wohnen. Dort hielten die Vorbesitzer vor 50 bis 100 Jahren Schweine, Hühner und Kaninchen. Das wäre perfekt geeignet. Aber die Katzenbesitzerin klärt uns auf, dass Kitten, so das Fachwort für Babykätzchen, im Winter nicht draußen wohnen könnten. Ihr Fell sei noch nicht dick genug. „Toll, dann wohnen sie drinnen bei uns!“, ruft unsere Tochter freudestrahlend. Toll, wirklich, ja!
Fortan dudelt aus allen Lautsprechern Helge Schneiders „Katzenklo, Katzenklo, ja das macht die Katze froh“ und alle drei Kinder grölen laut mit. Die Kätzchen kommen nach unserem Urlaub, so der Plan. Anfang Dezember erhalten wir die Nachricht, dass die Kitten nicht mehr gesäugt würden und sich ein neues Rudel suchen und das wären nun mal wir! Wir mögen sie bitte abholen. Okay…
Über ihre Zwillingsbrüder hat sich unsere Tochter kaum mehr gefreut. Sie schmust und streichelt und spielt den ganzen Tag mit ihren Kätzchen. Sie sucht die Namen selbst aus und nennt sie Ronja Räuberkatze und Rudi Schnurrdibur. Unser kleiner Sohn sagt: „Da ist der kleine, schwarze Panther“, wenn er Rudi sieht. Aber sie sind sehr zahme Schmusekätzchen. Sie warten schon auf unsere Tochter, wenn sie aus der Schule kommt und lassen alles mit sich geschehen. Während unseres Urlaubes kommen Ronja und Rudi noch mal zu ihrer Katzenmama und unsere Tochter ist todunglücklich. Sie hat nur einen einzigen Wunsch: „Der Weihnachtsmann soll meine Kätzchen nach Schweden fliegen!“
Die ersten Tage, in denen die Kitten bei uns wohnen, säubert unsere Tochter begeistert das Katzenklo, stellt dreimal täglich frisches Fressen und einmal Wasser hin. Dann übernehme ich. Und ein paar Wochen schaffe ich auch locker. Schließlich reinigt das Klo, füttert die Kätzchen und stellt ihnen Wasser hin: Papa! Ja, tatsächlich an meinem Mann, der eigentlich gar keine Streuner haben wollte, bleibt die Arbeit hängen. Wenn abends alle außer ihm schlafen, danken sie’s ihm, indem sie sich schnurrend auf seinen Schoß legen. Unsere Tochter freut sich: „Na siehst Du Papa, so hast du doch auch was Schönes bekommen!“

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… wundert sich über die Polizei!

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„Mama, warum sind Polizisten so gemein?“ Ich bin in Gedanken versunken und antworte: „Mhhhmmm“. „So gemein!“, empört sich meine sechs-jährige Tochter neben mir. Diesmal wende ich ihr den Kopf zu, um an ihrem Gesicht ablesen zu können, ob ich bei etwas einzuschreiten habe. „Warum haben sie uns Papa nicht einfach ins Krankenhaus bringen lassen?“, die Stirn ihres kleinen Gesichtchens ist von Runzeln durchfurcht, ihr Mund steht offen. Sofort bin ich bei ihr. „Ich hätte nicht mit Spikes fahren dürfen, das ist in Deutschland verboten! Anders als in Schweden und Norwegen…“, antworte ich ihr. Ich ziehe sie in meine Arme und streichle ihr über den Kopf. „Papa ist jetzt in Sicherheit!“, beteure ich und küsse ihre Runzeln von der Stirn. Meine Jungs begrüßen in diesem Moment mit großem Jubel den ADAC-Abschleppwagen, der die Zollschranke passiert.
Mein Mann schnitt sich an der rechten Hand im Urlaub in Schweden, an einem zerbrochenen Glas bei Abwaschen. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, trotzdem Kinder-Popos abzuwischen, im Babyplanschbecken abzutauchen – in dem nicht nur Gummitiere herumschwimmen – sowie das Plumpsklo unserer Hütte zu sanieren. Nach ein paar Tagen ist seine Hand auf beachtliche Größe angeschwollen, hat eine ungesund rote Farbe angenommen und sabscht. Für mich ein Grund zum Arzt zu gehen, aber wir müssten ins nächstgelegene Städtchen eine Dreiviertel-Stunde fahren und das hält mein Mann für übertrieben. Da wie am nächsten Tag abreisen, überredet er mich, gleich in Deutschland zum Arzt zu gehen. Pünktlich nach Ablegen der Fähre in Norwegen, bekommt mein Mann starkes Fieber und Schüttelfrost. Da wir am Wochenende ankommen, steht für mich fest, dass ich ihn direkt ins Krankenhaus fahre. Ich rolle am nächsten Tag, mit meinem gefühlt halbtoten Mann auf dem Beifahrersitz, von der Fähre. Die Hand ist inzwischen auf doppelte Größe angeschwollen, ein roter Streifen ist den Arm hinauf bis zur Schulter gekrochen und die Lymphknoten in der Achsel schmerzen. Kalter Schweiß steht ihm auf der Stirn, das Fieber schüttelt ihn immer durch, mit fast 40 Grad. Ich mache Krach beim Rollen von der Rampe des Schiffes. Ich fahre Spikes, das sind Reifen mit Nadeln gespickt, die sich auf den Straßen mit blankem Eis, im Niemandsland zwischen Norwegen und Schweden, tief hineinkrallen und so Sicherheit bringen. Sie sind in beiden Ländern erlaubt und wer ohne sie fährt ist lebensmüde (Es sei denn er verfügt über einen Vierradantrieb, bleibt auf den Hauptstraßen und nimmt dafür größere Umwege, gerne auch mal mit Hotelübernachtung, in Kauf). Ich weiß, dass Spikes in Deutschland verboten sind und rechne damit, falls ich erwischt werde, ein Bußgeld von 40 Euro zu erhalten und noch nach Hause fahren zu können, schließlich kann ich ja nicht fliegen! „Nein! Sie können die Spikes ziehen oder der Wagen ist stillgelegt“, sagt mir ein alter Bulle mit zusammengezogenen Augenbrauen und grimmiger Visage durchs Seitenfenster ins Gesicht. „Aber, mein Mann hat eine Blutvergiftung und muss ins Krankenhaus, kann ich ihn nicht noch wenigstens kurz dort hinfahren? Die Spikes kann man leider nicht ziehen, sie sind fest in den Reifen verbaut“, versuche ich es kooperativ. „Nein, das ist nicht mein Problem. Sie machen die Straße kaputt und dürfen keinen Meter weiterfahren!“, entgegnet er bellend. „Welcome back to Germany!“ Norweger, warum seid ihr nicht in der EU, um mich genau vor solchen deutschen Grenzbeamten zu schützen? Jetzt plärren die Kinder auf der Rückbank: „Mama, warum fahren wir nicht weiter? Papa muss doch sofort ins Krankenhaus!“ Der Zöllner zeigt sich weiter unbeeindruckt: „Dann rufen sie einen Krankenwagen.“ Sicher, mir bleibt ja nichts anderes übrig! Aber das erschreckt meine Kinder. Außerdem könnte ich zwar mitfahren, aber nicht noch unsere drei Kleinen. „Was? Ein Krankenwageneinsatz ist teurer, als ein bisschen Spuren im Straßenbelag durch Spikes“, blafft es mich am anderen Ende der Leitung an, nachdem ich die 112 gewählt habe. „Dankeschön! Wollen sie mal mit dem Beamten sprechen?“, frage ich. Wenig später kommt der Krankenwagen und meine Kinder weinen wie erwartet: „Papa! Mein Papa! Papa soll nicht ins Krankenhaus fahren!“ Ich versuche derweil eine Werkstatt in Kiel ausfindig zu machen, die mir die Reifen wechselt, vergeblich! Keine Werkstatt will die Reifen vor Ort wechseln und ich darf ja nicht fahren… Der ADAC macht mir ein Angebot für knapp 600 Euro, das Auto und mich mit den Kindern nach Hamburg einzuschleppen. „Junge Frau, sie können hier nicht stehen bleiben!“, macht mich mein Freund und Helfer noch mal aufmerksam. Auf einmal scheint das Angebot des ADAC ein Schnäppchen zu sein. Und tatsächlich ändert sich die Laune meiner Kinder beim Eintreffen des Abschleppwagens augenblicklich und ich möchte dem netten Matthias, der mir seine warme Hand reicht, am liebsten um den Hals fallen. Er versichert mir, sich um mich und meine Kinder zu kümmern und das ab jetzt alles gut sei. Trotz Antibiotika-Tropf, verschlechtert sich der Zustand meines Mannes rapide während der folgenden vier Stunden, bis zur OP. Der diensthabende Arzt bemerkt trocken: „Auch, wenn Männer nicht gerne zum Arzt gehen, kann man wegen so etwas schon mal ein bisschen früher vorbeikommen! Sonst macht man auch einfach mal die Grätsche.“ Michael, im leuchtend gelben Ganzkörper-Sicherheitsanzug, rockt das Zollgelände und dann fahren wir zwei Stunden mit Tempo 80 über die Autobahn nach Hamburg. Wir halten unterwegs an, Michael findet, dass ein Pipi-Stop für die Kinder und einkaufen im Tankstellen-Shop mit Getränken und Keksen im Preis inbegriffen sei. Anschließend lotse ich ihn durch Hamburg, indem ich enge Straßen und Brücken zu vermeiden versuche. Sehr zum Vergnügen der Kinder stoppt er noch mal mit Warnleuchte, damit ich Geld holen kann, um seine Rechnung zu bezahlen. Dann fährt er ohne Bedenken mit Spikes auf Hamburger Straßen mein Auto. Er meint, er hätte es noch nie erlebt, dass jemand wegen Spikes das Auto stillgelegt bekommen habe. Er glaubt, es liege im Ermessensspielraum der Polizei. Dann verabschiedet er sich mit den Worten: “Auch unter diesen Umständen, war es schön, deine Kinder und dich kennengelernt zu haben, Anke!“ Zwei Tage später wechselt ein Freund zum Glück auf unserem Grundstück die Reifen und ich brauche nicht länger mit der Bahn in die Uni-Klinik nach Kiel zu fahren. Für unsere Kinder ist er der Held, für mich auch! Meine Tochter hat vor Schulbeginn ein Sicherheitstraining bei den „Verkehrsfüchsen“ der Hamburger Polizei für Schulanfänger absolviert und räumt ein: „Mama, Verkehrspolizisten sind aber sehr nett!“

Kindermund tut Wahrheit kund oder…

…verabschiedet das alte und begrüßt das neue Jahr

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Wir feiern Sylvester meistens in Schweden. Daher wundert es nicht, dass unsere sechsjährige Tochter Sylvester mit Schnee in Verbindung bringt, mit Skifahren und Schneelichtern, neben Wunderkerzen sowie Himmelslaternen. In Dalarna, in Mittelschweden, ist es erlaubt die Feuer mit roter oder weißer Seidenpapier-Ummantelung steigen zu lassen. Mein kleines Mädchen stellt sich das Verabschieden des Jahres dabei wie folgt vor: Das alte Jahr kommt in Gestalt einer Kugel, so groß wie die Welt, mit viereckigen Armen und Beinen sowie dreieckigen Händen und Füßen auf Skiern mühsam angefahren. Es ist müde, niedergeschlagen und kraftlos. Es will einfach nicht mehr weiterlaufen und braucht eine Erholung. Es legt sich in einen Sessel und schlummert fortan seinen ewigen Schlaf… Das neune Jahr sieht genauso aus und lässt sich am ganzen Sylvesterabend feiern. Mit Feuerwerk sowie Fackeln, mit Raclette, Gesellschaftsspielen und dem „Schmester-Clown“. So nennen unsere zwei-jährigen Jungs meinen Mann, wenn er eine rote Clownsnase trägt und unsere drei Kinder durch die Hütte jagt. Das neue Jahr freut sich riesig über die Sylvesterfeier und wartet auf seinen Startruf: „Frohes neues Jahr!“ Dann braust es so schnell es kann auf seinen Skiern davon. Es flitzt dabei nicht auf gewöhnlichen Brettern, sondern verfügt über eine Spezialanfertigung mit Raketenantrieb und die Skistöcke besitzen Flügel.
Die Himmelslaternen, die wir jeder eine steige lassen, tragen unsere Wünsche für’s neue Jahr und leuchten ihm auf seinen Skiern den Weg. So findet es seinen Pfad, denn es ist ja stockdunkel. Zur Belohnung erfüllen sich unsere Träume, die mit den Himmelslaternen fliegen. Und tatsächlich wurde ich, nachdem ich eine Himmelslaterne steigen ließ und mir eine Tochter wünschte, schwanger. Auf der Rückfahrt aus dem Urlaub dachte ich daran und sah eine Stadt namens Lycka. Ich fand, dass dies ein sehr schöner Name für mein Kind wäre und entdeckte den Namen Lykka in einem Buch als schwedischen Mädchenvornamen, der „das Glück“ bedeutet. Meine Tochter kennt die Geschichte natürlich und sagt, dass die Himmelslaterne zu ihrer Wolke geflogen sei, auf der sie darauf wartete, dass sie hinunter in meinen Bauch springe. Und als ihr die Himmelslaterne meinen Wunsch überbrachte, sei sie gesprungen…
In diesem Sinne wünsche ich allen ein frohes neues Jahr! Mit der Erfüllung eines Herzenswunsches und ganz viel Glück in 2019!!!

Go West!


Jetzt bestellen: Kalender 2019 mit Reise in Bild und Text

Mit zwei Kleinkindern und einem Vorschulkind für ein Vierteljahr im Wohnmobil durch Nordamerika

Die 17 Beiträge des Blogs über unsere Nordamerikareise können jetzt als Kalender für 2019 mit zwölf Fotos im A3-Querformat bestellt werden. Wer auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk ist, kann den Kalender direkt an die Adresse des Empfängers senden lassen.

Die Reise und damit die Beiträge begannen in der quirligen, drei Millionen Einwohner zählenden Metropole Toronto, am Lake Ontario. Sie folgte dem Lorenz-Strom durch altes Kulturland, Wälder und Seen, im Herzen Kanadas. Weiter ging’s entlang des Lorenz-Stromes bis Tadoussac, der Wiege der Wale. Auf der Gaspé-Halbinsel im französisch geprägten Kanada entdeckten wir schneebedeckte Berge, Fjorde und Schwarzbären. Wir reisten nach New Brunswick, in der Bay of Fundy, dort fanden wir den größten Tidenhub Kanadas. Auf der Insel Prince Edward stehen unzählige Leuchttürme und Nova Scotia beeindruckte mit seiner Schärenlandschaft. Wir überquerten die Grenze zur USA und fuhren in das Wanderparadis im Acadia National Park. Die Sylt ähnelnde Insel Cape Cod verfügt über endlose Sandstrände am Atlantik. Im Robert Treman Park im Bundestaat New York ging’s multikulti beim Baden zu. Unsere Runde endete nach gut 8000 Kilometern wieder in Toronto.
Der Kalender verfügt über eine Spiralbindung mit Aufhängung, ein Deckblatt mit Klarsichtfolie sowie eine Rückwand aus Pappe. Er ist über Amazon unter diesem Link für 12.90 Euro, zuzüglich 3.00 Euro Versandkosten zu bestellen:

https://www.amazon.de/dp/3000616063

Oktober 2019

Text Januar

Go West!

Freiheit, Erlebnispädagogik und ein starkes Team

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Ich finde es spannend, wie sich der Blog entwickelt hat. Und es ist schön, dass meine Kinder auf diese Weise einen bleibenden Eindruck von unserem gemeinsamen Abenteuer behalten. Unser rollendes zu Hause auf Zeit hat uns besser gefallen als erwartet. Mit Kindern ist es sehr praktisch. Sie haben immer die gleiche Unterkunft, mit allen ihren Sachen. Ankommen, die Tür aufmachen und schon sind sie „im Garten“, wie unsere Jungs sagten. Und damit im Glück. Am Anfang fühlten wir uns „fremd“ im Wald. Ich hatte den Eindruck von allen Seiten angestarrt zu werden und selber sah ich – nichts. Ich fühlte mich orientierungslos und war froh, wenn ich die Wildnis nach dem Wandern verlassen konnte, denn sie schien mir zum Überleben ungeeignet. Zwar sind wir immer noch keine Waldläufer, aber wir sehen inzwischen alle ganz viel, besonders unser einer kleiner Sohn sichtet ständig Tiere. Drei Monate auf engstem Raum zusammen zu leben, forderte uns alle heraus. Wir konnten die Kinder nicht einfach mal zwischendurch abgeben. Wir hatten keine Zeit nur für uns selbst. Es war auch nicht möglich mal etwas als Paar oder nur mit einem Kind alleine zu unternehmen. Unsere Tochter bemerkte sehr treffend: „Mama, Du und Papa habt es ja wirklich schwer, euch einen schönen Abend zu machen. Da wir kein Wohnzimmer haben, müsst ihr ganz leise sein. Ihr könnt euch höchstens an den kleinen Tisch setzen oder rausgehen. Aber da ist es kalt und es kommen Mücken, oder? Aus meinem Fenster sieht es immer sehr schön aus.“ Bis zu diesem Zeitpunkt glaubten wir uns zumindest draußen unbeobachtet. Aber es stellte sich heraus, dass unsere Tochter die Gardinen über dem Fahrerhaus abends zurückzog, sich ein Kissen vor die getönten Scheiben legte und dann bäuchlings stundenlang rausguckte. Anfangs waren wir alle berauscht. Nach der Hälfte der Reise hatten wir einen Lagerkoller, keine Lust mehr aufs Campen und waren des Fahrens müde. Trotzdem habe ich mich frei gefühlt, ich konnte mich selbst aus einer anderen Perspektive sehen. Das ist mir in einem dreiwöchigen Urlaub nicht möglich. Und es funktioniert auch nicht zu Hause, wenn ich in all meinen Zwängen stecke. Ich meditiere rund zehn Jahre und mein Geist ist einigermaßen geschult, aber richtig frei, war er erst nach gut zwei Monaten. Und ich hatte das Gefühl, dass war erst der Anfang. Die Erkenntnisse im Alltag umzusetzen, scheint mir jetzt, wieder in Hamburg, fast unmöglich. Es ist toll wieder Daheim zu sein. Uns ist jetzt erst richtig bewusst, wie schön unser Haus ist und wie viel Arbeit wir hineingesteckt haben. Es ist wunderbar, alle lieben Menschen um uns zu haben. Wir hätten auch nicht länger reisen können. Wir sind 8000 Kilometer gefahren. Wir waren täglich auf der Walz. Das war drei Monate lang super, wäre aber keinen Monat länger möglich gewesen. Es ist anstrengend. Keine Erholung oder Urlaub. Es ging wirklich mehr um dieses (erneute) zueinander finden. Um das miteinander Leben. Um ein sich aufeinander Einlassen. Und das hat nicht nur gut getan, sondern war notwendig. Wir hätten uns sonst vielleicht im Alltag verloren. Wir alle sind daher Dankbar, dass wir zusammen Reisen konnten. Zum Schluss waren wir Fünf so zusammengeschweißt wie nie zuvor. Mir fiel auf, dass ich nicht genug Zeit hatte, meine Zwillingsbabys zu schmusen. Wenn jetzt eines meiner Kinder kreischt, trotzt oder verwüstet, denke ich nicht mehr, da muss ich strenger sein, etwas stimmt nicht mit meinem Kind oder ich müsste es besser organisieren. Es fällt uns auf, wie gestresst junge Familien sind, wenn sie ihren Alltag zu meistern versuchen. Ich weiß jetzt, wenn meine Kinder schwierig werden, ist es ihnen einfach zu viel. Zu häufig Termine mit Zeitdruck. Massenhaft Reize und äußere Einflüsse. Wir schieben die Kinder ständig hin und her. Ich kann mit meinen wütenden, tobenden und zerstörerischen Kindern mitfühlen und gelassen bleiben. Es jetzt so zu sehen, ist vielleicht das größte Geschenk, das ich erhielt. Ich kann meine Kinder lieben und achtsam mit ihnen umgehen. Ich stelle nicht erst fest, wenn sie ausziehen, wenn ich Enkel bekomme oder wenn sich mein Leben dem Ende zuneigt, dass ich die Zeit mit meinen Kindern viel zu wenig genossen habe. Dann nämlich, wenn es unumkehrbar und nicht mehr möglich wäre. Wir nehmen uns Zeit, um morgens gemeinsam in den Tag zu starten. Wir erzählen uns, worauf wir uns freuen und was uns bedrückt. Wir sagen uns, dass wir uns lieben und dass es ein großes und nicht selbstverständliches Glück ist, dass wir einander haben. Und abends lassen wir den Tag gemeinsam ausklingen. Wir erzählen uns was schön war und dass wir uns vermisst haben. Aber unser Herz hat Sehnsucht. Es fühlt sich eng an im Alltag. Wir gehen wieder getrennte Wege, auch wenn wir achtsamer miteinander umgehen. Wir träumen von einem entspannteren Leben. Von einem Leben, in dem die Tage erfüllt sind und in dem wir sie gemeinsam verbringen. Wir träumen von einer zweiten Eltern(aus)zeit vor der Einschulung der Jungs, in der wir den Ausstieg auf Probe wagen und dann – wer weiß…

Go West!

Drei Wochen USA und ein weißer Hai

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Die Einreise in die Vereinigten Staaten Amerikas mit dem Auto dauert länger, als nach Kanada am Flughafen. Gut, wir haben das Schlimmste erwartet und sind somit nicht überrascht. Wir können auch nicht sagen, dass es den US-Bürgern besser ginge als uns. Vor uns fährt ein Mercedes-Bus und die Grenzbeamten suchen die Außenwände ab. Die Insassen müssen aussteigen, ihren Wagen abgeben, er wird zum Röntgen in eine Halle gebracht. Die Leute sind noch da, als wir schon weiterfahren. Zu uns sind die Grenzbeamten professionell unfreundlich. Wir geben unser Feuerholz ab, Avocados sowie Zitronen. Das Wohnmobil wird von innen angeguckt, wir müssen aussteigen und mit ins Gebäude zum Erfassen der elektronischen Daten. Von jedem ein Foto und zehn digitale Fingerabdrücke. Dann ein kurzes Stressinterview zu unserem Aufenthalt, das war’s. Es dauert eine Stunde, aber größere Blessuren, wie wir sie beim Einreisen in die USA am Flughafen schon zweimal erlebten, bleiben uns erspart. Wir atmen auf. Die Straßen sind ein Traum! Wir wollen im Acadia-Nationalpark wandern. Die Fahrt dorthin ist trist. Alles ist zersiedelt, in den Vorgärten finden sich Sperrmüllhalden und verrottende Autos. Wir fahren vorbei an ehemals herrschaftlichen Holzvillen, die verfallen oder leer stehen. Wir sehen riesige einstürzende Scheunen und Menschen in kaputten Klamotten davor sitzen. Im Dreck spielen Kinder. Ihr Anblick schmerzt.
Der Acadia-Nationalpark an der Küste Maines umfasst große Teile Mount Desert Islands. Der Park selbst ist zum Brechen voll. Überall Stau und Menschenmassen. Klar, es ist absolute Hochsaison. Wir haben zum Glück einen Campingplatz reserviert, denn alle Unterkünfte im Park sind fully booked. Wir beschließen am nächsten Morgen um fünf Uhr aufzustehen und direkt wandern zu gehen. Dann ist es auch noch nicht so heiß. Wir haben inzwischen 35 Grad, dabei ist es schwül. Die Wanderung ist ein Traum! Die Wege sind perfekt. Schwierigkeiten sind durch Holzbohlen, Steinstufen oder Steigeisen ausgeglichen. Wir wandern im Fjell, also im Gebirge oberhalb der Nadelwaldgrenze, auf einem Hochplateau. Der Blick in die dunkelblauen, eiszeitlich geprägten Fjorde ist phantastisch. In der Ferne sind einige kleinere Inseln sichtbar. Es gibt hellgrüne Fjell-Birken, violette Blaubeeren, dunkelgrüne Moose, orange Flechten und gelbe Gräser. Der Atlantik rauscht krachend an die Felsen. Ab neun Uhr wird es heiß, ab zehn Uhr berstend voll. Wir haben unsere Wanderung hinter uns und springen ins 13 Grad kalte Meereswasser. Zurück auf unserem Campingplatz gehört dieser uns allein und wir beschließen am nächsten Tag gerne wieder um fünf Uhr in der Frühe aufzustehen.
Weiter geht’s nach Cape Cod. Die Insel gleicht Sylt. Sie liegt 250 Kilometer nördlich der Hamtons und New York. Sanddünen, Binnenseen und hübsche Holzvillen prägen das Bild. Ein Großteil der Küste steht unter Naturschutz. Wir baden, chillen und essen ganz hervorragend. Anschließend sind wir Pleite. Wir mieten uns Räder und lassen unseren Hobel für eine Woche stehen. Das erste Mal fühlen wir uns wie im Urlaub. Die Kinder sind glücklich, wir sind es auch. Ich liege dösend am Strand während mein Mann mit den Kindern im Meer planscht. Plötzlich merke ich, wie direkt an meinem Handtuch jemand vorbeirennt. Ich höre eine Frau panisch rufen: „A heart attack! There, at the white truck. Is here a doctor?“ Ich richte mich auf und sehe, wie eine völlig aufgelöste Frau vor den Rettungsschwimmern steht. Diese schnappen sich schnell ihren Rucksack mit dem Defibrillator und laufen los. Hinter mir sagt jemand auf Englisch: „Oh das ist traurig, dass jemand einen Herzinfarkt hat“. Plötzlich stehen Menschenmassen direkt am Ufer. Sie zeigen mit dem Finger aufs Wasser und unterhalten sich lautstark. Ich ärgere mich über die Gaffer und lege mich wieder hin. Meine Mannschaft kommt angerannt und mein Mann verkündet: „Da ist ein weißer Hai im Meer!“ Ich bin ungehalten und raunze ihn an: „Ja, sicherlich!“ „Nein wirklich“, entgegnet er. „Ich habe einen Deutschen getroffen, der an der Uni in Boston arbeitet und er erzählte mir, dass sich alle paar Jahre ein weißer Hai in Ufernähe verirrt, wenn er den Robben folgt und diese dicht an Land schwimmen. Ist aber wohl noch nie etwas passiert“. Die Robben habe ich auch gesehen. So wie den Deutschen, der schwul war und ich mir ausmale, dass er sich mit dieser Story an meinen Mann ranmachen wollte. Ich schaue ihn forschend und ungläubig an. Am nächsten Tag prangt ein großer Aushang mit einer Warnung vor weißen Haien am Strand. Und auf einmal fällt es mir wie Schuppen von den Augen, die Frau hatte gerufen: „There is a SHARK attack!!!“ Der Mann hatte also recht…
Im Bundesstaat New York, im Robert Treman Park, ist es so multikulti, wie nie zuvor auf unserer Reise. Der Park zieht sich entlang einer tiefen Schlucht. Der Länger der Felsspalte nach, gibt es zahlreiche Wasserfälle. Am Fuß der Kaskaden finden sich große Steinbecken, in denen gebadet wird. Die Ufer sind üppig mit Farnen, Blumen und Ranken bewachsen. Es gibt ein Sprungbrett, Kinder jauchzen, Erwachsene stehen im Wasser oder sitzen auf den Felsstufen, wie in einem Amphitheater. Die Leute sind zu gleichen Teilen Schwarze, Indianer, Weiße und Inder. Sie sind tätowiert, gepierct, kahlgeschoren, tragen Bärte bis zum Bauchnabel oder Schläfenlocken. Sie baden im Sari, mit Schwimmweste und im Bikini. Das Ufer ist dicht belegt mit Picknickdecken, -bänken und –tischen. Es wird Musik gehört, gegrillt und gelacht. Es ist eine tolle Atmosphäre und etwas ganz Besonderes hier zu baden und sich zu erfrischen.
In den USA hat uns die Infrastruktur begeistert. Die Straßen sind neuer, größer und breiter. Wir sind dadurch deutlich schneller und bequemer vorangekommen. Die Nationalparks sind professioneller organisiert, es gibt zahllose Wanderwege unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade. Die Informationsmaterialen sind besser und die Parkmöglichkeiten komfortabler. Das Wetter in den USA ist schöner und damit sind es auch die Bademöglichkeiten. Es gibt mehr vegane, alternative und multikulturelle Lebensformen. So ist zum Beispiel in Provincetown auf Cape Cod, eine Schwulen- und Lesbencommunity und wir bildeten mit unserer Hetero-Familie die absoluten Minderheit. Die USA ist einfach cooler. Insgesamt zieht es uns jedoch mehr nach Kanada. In die abgeschiedenen Regionen wohlgemerkt. In die, in denen es noch Wildnis und Weite, mit zahlreichen Tieren gibt. Vor allen Dingen nach Gaspé, aber auch in Teile New Brunswicks oder in die Naturschutzparks Ontarios sowie in die abgelegen Regionen Nova Scotias. In den „weißen“, zivilisierten und bevölkerten Teil Kanadas, also vor allem Prince Edward Island, würden wir nicht noch mal fahren wollen, auch wenn es dort natürlich ebenfalls schöne Ecken gibt!
Zurück reisen wir über die Brücke der Niagarafalls nach Kanada ein. Die Wasserfälle bilden die Grenze. Nur zehn Minuten dauerte die Einreise. Die Grenzbeamtin war sympathisch obwohl sie sich reichlich Mühe gab, autoritär zu wirken. Wir sind froh und erleichtert wieder in Kanada zu sein. Unser Flug geht zurück von Toronto. Wir sind sehr wehmütig. Unser Wohnmobil ist unser Zuhause auf Zeit geworden. Es fällt uns schwer, es abzugeben. Die letzte Nacht schlafen wir im Hotel am Airport. Wir fühlen uns fremd und der Komfort bedeutet uns nichts. Das im Preis inbegriffene Abendessen lassen wir daher sausen. Die Jungs weinen und rufen nachts: „Wohnmobil gehen! Wohnmobil gehen!“