Go West!

Wie sieht unsere Traumreise aus?

Blog 3. Folge

Ich tue das, was ich am liebsten mache und buche traumhaft schöne Chalets. So heißen die komfortablen Hütten im französischen, maritimen Osten Kanadas. Direkt am Strand gelegen, mit Kamin, denn es wird noch kalt sein, wenn wir anreisen. Da im Westen zu der Zeit Väterchen Frost regiert, starten wir am Atlantik. Das kommt uns zu Pass, denn der Flug ist deutlich kürzer. Mit drei kleinen Kindern kann das von entscheidender Bedeutung sein. Also für die anderen Flugpassagiere. Wir werden so oder ähnlich die ersten Wochen vom Jetlag unserer Kinder gerädert sein. Ein paar Stunden weniger im Flugzeug mit schreienden Kindern, machen da keinen Unterschied. Allerdings hat Kanadas Osten auch eine andere Zeitzone, so dass die Umstellung etwas geringer ausfällt. Dank der europäischen Zeitverschiebung im Frühling und Herbst wissen wir, dass jede Minute zählen kann! Welcher Sadist sich den Quatsch auch immer einfallen ließ, er hatte definitiv keine Kinder!!! Schön, wir fliegen also bis Halifax, das sind sieben Stunden. Nach der Hälfte des Fluges, gibt es einen Auslauf für unsere drei Kleinen auf Island. Da die Insel zur Zeit des Hinfluges noch unter eiszeitlichen Schnee- und Gletschermassen liegt, ziehen wir eine Rundreise auf dem Rückweg vor. Wir können uns die ersten Wochen in den traumhaft schönen Chalets am Atlantik erholen. Bevor wir dann in den Westen Kanadas fliegen und mit einem Wohnmobil die sagenhaften Rocky Mountains erkunden. Damit der achtstündige Inlandflug und die erneute Zeitumstellung nicht zu anstrengend werden, ruhen wir uns ein paar Tage in Vancouver Downtown aus. Mit seinen vielen Parks, sei das eine Stadt, die man auch ganz entspannt mit kleinen Kindern erkunden könne. Versichern mir zumindest alle, die schon einmal dort waren. Nach der Wohnmobil-Rundreise relaxen wir auf Vancouver Island und beobachten Wale. An der pazifischen Sunshine Coast, wollen wir geführte Bärensafaris unternehmen. Ob die Ausflüge zu den Grizzlies mit Kindern möglich sind, kläre ich noch. Aber die Schiffstouren, zu den Schwarzbären, gehen auf jeden Fall mit Kids. Ein Traum!

 

Go West!

Wohin geht die Reise?

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Mein Weltenbummler und ich haben in den Semesterferien als Backpacker alle Kontinente bereist. Es würde also schwierig werden, mit drei kleinen Kindern Neuland zu betreten und zugleich ein Mindestmaß an Sicherheit zu gewährleisten. In Australien haben wir ungefähr so viele tödliche, giftige und wilde Tiere gesehen, wie ein Hamburger, an einem verregneten Sonntag im Troparium seines namhaften Zoos. Damit fiel dieser ganze Kontinent mit unseren Kindern, die begeistert Bügelperlen aus jeder noch so kleinen Ritze pulen und freudig schlucken, schon mal weg. Nur zu gern entlocken sie mir, in der Hand eine tote Maus aus dem Garten und mit begeisterten „wauwauwau“-Rufen untermalt, ein „nein Miau!“. Falls sich ihnen die Gelegenheit dazu bietet, lutschen sie wahlweise eine Tube Klebe, Zahnpasta oder Holzkitt aus, als wäre es ihr neues Lieblingseis. In Mittel- und Südamerika fehlt uns noch der brasilianische Dschungel oder das Andenhochland. Beides scheidet wegen der klimatischen Bedingungen aus. Nein, nicht wegen der Kinder, wegen meines Mannes! Er wird sehr schnell Höhenkrank, wie wir aus Bhutan wissen und verträgt keine tropisch-feuchte Hitze, wie er mir eindrucksvoll in Costa Rica demonstrierte. In Afrika war ich deshalb ohne ihn und will es mit VIER!!! Kindern gar nicht erst probieren. Europa ist zwar der schönste und abwechslungsreichste Kontinent, mit den besten Wandermöglichkeiten, einer vernünftigen medizinischen Versorgung und den spannendsten Kulturen, aber – wir sind leider zu versnobt. Bleibt noch Nordamerika. Die Nationalparks sind ein Traum. Die Highways so breit, dass auch ich ohne Probleme mit einem acht Meter langen Geschoss die Kurven fände. Die medizinische Versorgung ist gut. Die Amerikaner wirken mindestens professionell freundlich, bis hin zu beneidenswert locker, an der kalifornischen Westküste. Nur waren wir schon dort! Hm, aber nicht in Kanada, Alaska und der Ostküste der USA. Mit einer isländischen Fluggesellschaft können wir günstig hin gelangen, sie bietet sogar einen kostenlosen Stopover an. Falls man ein paar Tage auf Island bliebe, so wirbt die Airline, würde der Flug sogar günstiger. Abgemacht, dahin geht die Reise!!!

Go West!

Neulich bei den Weltenbummlern

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Mein Mann reicht fristgerecht seine Elternzeit ein. Wir wollen wie früher in den Semesterferien die Welt erkunden. Sein Chef bekommt einen cholerischen Anfall, der dann doch überrascht. Gerade noch hatte er meinen Mann in einem Gespräch über seine Gehaltserhöhung, als quasi überflüssig und teuerste Sekretärin der Welt bezeichnet und auf einmal lässt mein Mann das Unternehmen als Führungskraft im Stich. Sein Chef ist jedoch nicht nur in dieser Hinsicht von meinem Mann enttäuscht, sondern auch fachlich im Allgemeinen und persönlich im Besonderen. Wie man denn Elternzeit nehmen könne, wenn man bei so einem tollen Unternehmen arbeiten dürfe. Auf diese Idee wäre in seinem Unternehmen, mit immerhin 400 Mitarbeitern, noch nie jemand gekommen. Der Mann hat selbst drei Kinder, aber bei ihm zu Hause ist die Welt noch in Ordnung. Seine Frau kümmert sich allein und in Vollzeit, um die Aufzucht seines Nachwuchses. Wenn es möglich gewesen wäre, hätte er meinen Mann fristlos entlassen. Doch zu seinem Pech hält heutzutage der Gesetzgeber schützend seine Hand davor. Der Chef droht, er werde die Kündigung pünktlich am Ende der Elternzeit nachholen, falls mein Mann seine Meinung nicht ändere. Und er tobt weiter, dass er bis dahin schon eine Aufgabe für meinen Mann als teuersten Fußabtreter der Welt finde. Das ist nun doch immerhin halbwegs originell, wenn man bedenkt, dass im Jahr 2016, in einem Land, das weltweit zu den Technologieführern zählt, dieses Unternehmen doch tatsächlich einen Umsatz im achtstelligen Bereich mit Teppichauskleidungen für Autos sowie Wandtapeten  macht. Dem Staat sei Dank, dass dem forschen Herren was die Kündigung betrifft, zumindest für die Zeit, in der wir als fünfköpfige Weltenbummler unterwegs sein wollen, die Hände in Schellen gelegt sind. Unser Erspartes hätte allein für die Flüge sein Ende gefunden und wir wären vermutlich elf Wochen auf einer working-farm im Wilden Westen Kanadas, irgendwo im Niemandsland verschwunden, um unsere Bleibe und unser täglich Brot zu verdienen. So gesehen haben wir die erste Klippe zwar mit etlichen Wunden, aber immerhin erfolgreich erklommen.